Alfred Moppel ist ein Chauvi aus Überzeugung. Sein Bier hat die Frau zu holen und Blumen sind Geldverschwendung. Doch seine fadenscheinig heile Welt wird auf den Kopf gestellt, als sein Freund Paul Maier ihm und seinem Freund Harry Kleinschmitt 30 000 Euro verspricht. Alles, was sie dafür tun müssen, ist, für eine TV-Sendung für eine Woche in die Rolle der jeweiligen Ehefrau zu schlüpfen. Während Harry das Geld wirklich gut gebrauchen kann, ist Alfred nicht begeistert: "Ich geh doch nicht selber in den Keller und hol mein Bier", ruft er empört.

Alfred Moppel (von links) gespielt von Bruno Sauter, Reinhard Sauter als Harry Kleinschmitt kommen mit ihrer Rolle als Ehefrau nicht zurecht. Überwacht werden sie von Notar Willi von Birkenglück (Gerhard Heckner), welcher ein Auge auf beide hat. Bild: Jennifer Moog
Alfred Moppel (von links) gespielt von Bruno Sauter, Reinhard Sauter als Harry Kleinschmitt kommen mit ihrer Rolle als Ehefrau nicht zurecht. Überwacht werden sie von Notar Willi von Birkenglück (Gerhard Heckner), welcher ein Auge auf beide hat. | Bild: Jennifer Moog

So beginnt eine Komödie, wie sie im Buche steht: Stereotypische Männer und Frauen finden sich in Rollen wieder, mit denen sie nichts anfangen können. Aufgeführt wurde das Stück von der Theatergruppe des Musikvereins Stahringen. Die beiden Figuren Alfred Moppel und Harry Kleinschmitt kommen beim Publikum besonders gut an. Kaum betreten Alfred und Harry in blumigen Kleidern, mit langen Haaren und geschminkten Gesichtern die Bühne, ist das Gelächter in der Homburghalle in Stahringen groß.

Paul Maier (links), gespielt von Armin Jerg und Harry Kleinschmitt (rechts), gespielt von Reinhard Sauter, stehen Alfred Moppel (Mitte), gespielt von Bruno Sauter, bei, als er sich das Bein wachsen lassen muss. Bild: Jennifer Moog
Paul Maier (links), gespielt von Armin Jerg und Harry Kleinschmitt (rechts), gespielt von Reinhard Sauter, stehen Alfred Moppel (Mitte), gespielt von Bruno Sauter, bei, als er sich das Bein wachsen lassen muss. | Bild: Jennifer Moog

Den Männern fallen ihre neuen Rollen schwer. Während es Alfred überhaupt nicht gefällt, von seiner Frau für ein Bier in den Keller geschickt zu werden, tut sich Harry schwer mit dem Kochen. Bei einer Tupperparty wird eine einfache Schüssel da schon mal zum Diebstahlschutz, ein Deckel zur Frisbee und der Sparschäler zum Rasierer. Gesteigert wird die Komik noch durch Isolde Wiesenhafer, eine Mitarbeiterin des Sozialamtes, die Alfred einfach nicht in Ruhe faul sein lassen will. Immer wieder tischt er ihr skurrile Geschichten auf.

Wesentlich leichter fällt der Rollentausch den Frauen. Während Alfred immer wieder droht, die Gage zu verlieren, weil er sich weigert, die Aufgaben seiner Frau zu verrichten, genießt es Elfriede sichtlich ihren Mann lautstark und mit ungeahntem Selbstbewusstsein zu bevormunden. Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen findet sie gefallen am Alkohol.

Mysterium Tupperware: Harry Kleinschmitt (links) und Alfred Moppel (rechts) gespielt von Reinhard und Bruno Sauter fragen sich, was man mit einer Tupperschüssel alles machen kann. Von hinten: Paul Maier gespielt von Armin Jerg. Bild: Jennifer Moog
Mysterium Tupperware: Harry Kleinschmitt (links) und Alfred Moppel (rechts) gespielt von Reinhard und Bruno Sauter fragen sich, was man mit einer Tupperschüssel alles machen kann. Von hinten: Paul Maier gespielt von Armin Jerg. | Bild: Jennifer Moog

Den Höhepunkt erreicht das Stück, als Alfred dazu gezwungen wird, sich das Bein mit Kaltwachs enthaaren zu lassen. Unter Todesangst lässt er sich den Streifen von Harry auflegen. Unter tosendem Geschrei wird der Streifen abgezogen und Alfred ohnmächtig. Blöd nur, dass Moderatorin Isabell la Glock auffällt, dass die Strumpfhose noch angezogen ist und der gesamten Gruppe droht der Gagenverlust. Letztlich können alle in ihre gewohnten Rollen zurück – zumindest fast, denn Elfriede hat gelernt sich vor Alfred zu behaupten.

Trotz einzelner Patzer zum Beginn der Aufführung ist Regisseurin Sabrina Honsell, die auch die Rolle der Isolde Wiesenhofer übernommen hat, zufrieden mit dem zweiten der beiden Auftritte: "Ich bin stolz auf das gesamte Team. Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht". Ein bisschen wehmütig ist sie trotzdem: "Jetzt, wo wir das Stück beherrschen, ist es schon wieder vorbei", findet sie. Aber es sei interessant wie unterschiedlich das Publikum auf das Stück reagiere. "Bei Szenen, in denen das Publikum beim letzten Mal gelacht hat, war es heute still und es wurde an einer ganz anderen Stelle gelacht", berichtet sie.