Trotz des wolkenverhangenen Himmels war die Eröffnungsfeier des Torkelvorplatzes am Sonntag gut besucht. Mit der musikalischen Untermalung durch den Musikverein wurde die Stimmung gehoben und der Blick richtete sich nicht gen Himmel, sondern auf den neu gestalteten Vorplatz des Torkels.

Oberbürgermeister Martin Staab lobte das innerhalb von vier Wochen fertiggestellte Projekt. „Ein besonderer Dank gilt nicht der Stadtplanung, sondern den Menschen, die hier zugelangt haben, damit viel bewegt haben“, so Staab. Führender Kopf war sicherlich Hermann Leiz, Ortsvorsteher von Liggeringen, der unter anderem die Eigeninitiative für die neue Bank um die Linde auf dem Vorplatz ergriff. Diese rahmt zusammen mit dem neuen Trinkwasserbrunnen, von der Gemeinde bereits "Hermannsquelle" genannt, in neuem Glanz den historischen Ort ein. Der Brunnen wird mit einem Gemälde vervollständigt, aber Ortsvorsteher Leiz ist mit dem Künstler noch im Gespräch, sodass er noch keine Details bekannt geben möchte. Nur so viel: Es werde keine Imperia. Leiz nennt dieses Projekt eine „Rathausplatztorquerung“, aber mit einem kleineren Preis und spielt damit auf die Seetorquerung in Radolfzell an.

Der Oberbürgermeister möchte an diesem Vormittag allerdings nicht über Geld reden. „Ein besonderer Abschluss für diese besondere Ortsmitte und den Gemeinschaftsplatz“, so Staab. Dass die Pflastersteine auf dem Vorplatz gebraucht sind, sei keinen Budgetproblemen geschuldet, sondern diene dem angenehmeren Untergrund, stellt Christian Seng vom Planungsbüro 365 Grad aus Überlingen klar. Durch die benutzte Oberfläche sei der Stein glatter und daher besser begehbar. Ein besonderes Augenmerk legte die Planungskommission auf den Erhalt der alten Linde. Diese wird auch in Zukunft gepflegt, besonders durch die symbolische Übergabe einer Gießkanne von Christian Seng.

„Die ganze Republik ist in der Ortsmitte von Liggeringen vertreten, denn die Steine sind aus Nürnberg, Friedrichshafen, München und Leipzig“, erzählt Leiz. Mit der neuen Bepflasterung erstrahle der Torkel aus dem Jahr 1656 in einem ganz anderen Licht und gebe die Historie der damaligen Zeit wieder.