Das Benefizkonzert der Bundeswehr-Bigband war für den Veranstalter, die Bürgerstiftung Radolfzell, ein echter Glücksgriff. Im ausverkauften Milchwerk begeisterte das musikalische Aushängeschild der Bundeswehr mit einem absolut professionell dargebotenen Programm, fern ab von allem militärischen Dschingderassa Bumm.

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Wer sich aber mit einem weit gespannten musikalischen Bogen von Swing à la Bert Kaempfert oder Roger Cicero bis hin zu einer Big-Band-Version des Hits "Durch den Monsun" des Quartetts Tokio Hotel angesprochen fühlte, der kam voll auf seine Kosten. Posaunist Adi Becker, zugleich stellvertretender Orchesterleiter, sagte: "Man merkt ganz eindeutig, Radolfzell ist eine Musikstadt. Das Publikum ist von Anfang an mit dabei. Das kommt natürlich auch bei uns auf der Bühne an. Diese Begeisterung stachelt dann förmlich dazu an, noch mehr Gas zu geben."

Eine stimmungsvolle Beleuchtung der Bühnenaufbaus macht den Auftritt der Bundeswehr-Bigband im Milchwerk noch eindrucksvoller.
Eine stimmungsvolle Beleuchtung der Bühnenaufbaus macht den Auftritt der Bundeswehr-Bigband im Milchwerk noch eindrucksvoller.

So sah es auch Susan Albers, die mit ihren Interpretationen von Whitney-Houston-Songs aus dem Film "Bodyguard" brillierte: "Wenn die Scheinwerfer mal das Publikum streifen und man in die Gesichter sehen kann, da macht es gleich doppelt Spaß und dann geben wir wirklich alles." Höchster Musikgenuss, vom großen Orchesterklang bis zu solistischen Höchstleistungen, die Big-Band zeigte sich bestens gelaunt.

Eric Hörenberg, Leiter des Milchwerks, war von der Stimmung im Großen Saal begeistert: "Der heutige Abend ist sicherlich ein Glanzpunkt in diesem Jahr." Der Aufwand habe sich auf jeden Fall gelohnt. Bereits einen Tag zuvor waren seine Mitarbeiter damit beschäftigt, die Bühne herzurichten und 900 Sitzplätze einzurichten. "Darin haben wir natürlich schon Routine, dennoch brauchen wir dafür fast einen Arbeitstag", schilderte Hörenberg. Dann konnten die Techniker der Big-Band am Tag des Konzerts die rund acht Tonnen schwere eigene Ausrüstung aufbauen. Viel Arbeit für einen gelungenen Abend.

Immer wieder im Mittelpunkt: Susan Albers, Marco Matias und Timor Oliver Chadik.
Immer wieder im Mittelpunkt: Susan Albers, Marco Matias und Timor Oliver Chadik.

Aber auch die Organisatoren der Bürgerstiftung hatten im Vorfeld des Konzerts ein erhebliches Arbeitspensum. Oliver Preiser, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, schilderte: "Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum heutigen Abend sind rund 18 Monate vergangen." Er erinnert sich, dass eine Delegation der Bürgerstiftung nach Euskirchen gefahren sei, um dort mit der Orchesterleitung über Einzelheiten zu reden. "Dann kamen wir in den Raum, in dem die Probenbühne steht. Da haben rund 20 Musiker nur für unsere kleine Abordnung fast eine halbe Stunde gespielt, damit wir so ein Gefühl dafür bekommen, was heute Abend hier im Milchwerk geboten wird und welche Anforderungen wir als Veranstalter erfüllen müssen. Ohne Sponsoren und ohne die Unterstützung durch die Stadt Radolfzell hätten wir das nicht stemmen können."

Bürgermeisterin Monika Laule kommentierte: "Das haben wir gerne gemacht. Es war ein rundherum gelungener Abend, der bei den Radolfzeller Bürgern sehr viel Zuspruch gefunden hat." Falls es der Bürgerstiftung in ein paar Jahren nochmals gelänge, die Big-Band der Bundeswehr nach Radolfzell zu holen, könnte Laule sich eine Unterstützung wieder vorstellen.

Angespornt vom begeisterten Publikum geben die Musiker der Bundeswehr-Bigband richtig Gas und warten mit musikalischen Höchstleistungen auf.
Angespornt vom begeisterten Publikum geben die Musiker der Bundeswehr-Bigband richtig Gas und warten mit musikalischen Höchstleistungen auf.

An den Orchestermitgliedern wird es wohl nicht liegen. Trompeter Andreas Sicking, in weißer Gala-Uniform mitten im Gang musizierend, war besonders dicht beim Publikum. "Das war schon eine besondere Atmosphäre. Am Orchester soll es nicht scheitern. Wir würden gerne wieder in Radolfzell auftreten", schätzte Sicking die Situation für die Big-Band ein.

Veranstalter haben erste Ideen für eine Wiederholung

Oliver Preiser hat schon eine Idee für ein weiteres Konzert. "Wir müssen überlegen, ob es technisch umsetzbar ist. Es wäre aber ein einmaliges Erlebnis für die Stadt Radolfzell." Preiser macht neugierig, mehr will er aber noch nicht verraten. Das Organisationsteam der Bürgerstiftung habe viel zu überlegen und zu prüfen. Doch der Aufwand könne sich lohnen. Das habe der jetzige Auftritt der Bundeswehr-Bigband ganz eindeutig gezeigt.