Die Anforderung der Stadträte an die Stadtverwaltung Radolfzell war eigentlich klar: Mehr Informationen zum kommunalen Ordnungsdienst sollten es sein. Welche Beschwerden gibt es konkret, wann soll eine Streife laufen, müssen gleich sechs Mitarbeiter eingestellt werden? Fragen wie diese wurden in den vier Wochen seit der vergangenen Ausschusssitzung nicht geklärt, jetzt hat Bürgermeisterin Monika Laule eine lange Liste mit zusätzlichen Fragen. Dabei könnten Stadtverwaltung und Stadträte schon einen Schritt weiter sein und abschließend über das Thema sprechen.

Es ist ein heikles Thema, weil Sicherheit zwar wichtig, aber eben auch subjektiv ist. Das zeigte sich schon in der Beratung: Susanne Göhler-Krekosch (SPD) erinnerte an eine bedrohliche Situation, in der sie die Polizei rief und niemand kam, was Richard Atkinson (FDP) belächelte. Er fühle sich sicher in Radolfzell. Andere fühlen sich offenbar nicht in jeder Situation sicher. Und nun? Was es braucht, sind Daten und Antworten: Wie viele Ordnungswidrigkeiten gibt es in der Stadt Radolfzell, welche Erfahrungen hat eine vergleichbar große Stadt mit einem kommunalen Ordnungsdienst gemacht, welche Arbeitszeiten hätten die Ordnungshüter? Die Verwaltung sollte sich die Zeit nehmen, die es braucht, um die Vorlage umfassend auszuarbeiten. So, dass keine Fragen mehr offen bleiben.

Denn dass ein Ordnungsdienst abgelehnt wird, wenn es keine umfassende Entscheidungsgrundlage gibt, hat die jüngste Ausschusssitzung gezeigt. Und wenn der Ausschuss sich trotz ausreichender Informationen wieder gegen einen kommunalen Ordnungsdienst ausspricht? Dann muss die Stadtverwaltung das akzeptieren.