Beim osterfestlichen Frühstück sind es die buntgefärbten Eier, die den Ostermorgen fröhlich einstimmen. Die Kinder haben sie gesucht und gefunden, nun stehen sie bei jedem Gedeck und sind mehr als ein hübscher Tischschmuck, denn sie werden alsbald geklopft, geschält und gegessen.

Eier sind – das gilt auch, wenn kein Ostern ist – die Grundlage so beliebter Gerichte wie Rührei, Omelettes, Soufflés, Crêpes, Baisers und köstlicher Kuchen. Das Hühnerei ist ein internationales Nahrungsmittel, nährkräftig, bequem, gut aufzubewahren und rasch zuzubereiten. Darüber hinaus enthält es beinahe alles, was der menschliche Organismus benötigt: tierisches Eiweiß in besonders zugänglicher Form, Aminosäuren, gesättigte und ungesättigte Fette, Vitamine A, B, D, und Mineralsalze. Mit 2 Eiern zum Frühstück ist die Hälfte des täglichen Bedarfs an Proteinen und Vitaminen gedeckt. Ein Glas Orangensaft dazu und eine Scheibe Brot mit Butter – schon haben wir eine vollständige Mahlzeit.

Bereits in der Antike das Symbol der Fruchtbarkeit

Eier passen auf rustikale und elegante Tafeln. Zahlreich sind die Rezepte, die den Köchen in aller Welt zur Verfügung stehen. Ein Höhepunkt ist in jedem Frühjahr das Osterfest mit seiner bunten Eierpracht – Symbol des Lebens. Ostern, das Fest der Auferstehung Christi, hat seinen deutschen Namen, nach einer Vermutung des Germanisten Jacob Grimm, von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara. Frühling bedeutet Wiedererwachen der Natur und damit Fruchtbarkeit. Bereits in der Antike war das Ei das Symbol der Fruchtbarkeit, von den Römern in die europäische Kultur gebracht. Im alten Persien bemalte man solche Fruchtbarkeits-Eier mit goldener Farbe. Später wurden sie auch mit Sinnsprüchen versehen. Diese Eier sollten Hexen bannen, Vieh und Felder fruchtbar machen und den Menschen Gesundheit bringen. Ab dem 18. Jahrhundert wurden „Ostereier“ auch verschenkt, doch waren diese Eier keineswegs essbar. In adeligen Kreisen schenkte man kostbare Eier aus Gold oder Edelsteinen, die zu wertvollen Sammlerstücken wurden. Auch in der Volkskunst wurden Ostereier hergestellt. In Schnitzwerkstätten des Erzgebirges entstanden bunt bemalte Holzeier, die es heute noch gibt. Ursprünglich schmückten bürgerliche Familien damit ihre Ostersträuße, ein Brauchtum, das sich bis in unsere Tage erhalten hat. Die heute so beliebten Schokoladen- und Zucker-Eier gibt es erst seit etwa 100 Jahren.