Jetzt, wenn in wenigen Tagen die Uhren auf die Winterzeit umgestellt werden und es auch endgültig vorbei ist mit Gurken, Freilandtomaten und zarten Salatblättchen, kommt die Zeit der Wurzeln und Knollen. Es folgt die schönste und dankbarste Zeit für Kochbegeisterte. Typisch farbenfrohe Herbstgemüse locken an den Herd: Schwarzwurzeln, Karotten, Kürbis, Pastinaken, Rote Bete und Sellerie, um nur einige zu nennen. Auch eine ausgesprochene Herbst- und Winterküche kann alles enthalten, was der Organismus benötigt.

Es gehört in jedes Bund Suppengrün

Der echte Sellerie ist eine von vielen Varietäten aus der Familie der Doldenblütler. Knollensellerie – eine Pflanze, deren Knolle die Größe einer Männerfaust haben kann – wird als würzige Zutat für Suppen und Saucen verwendet, gehört in jedes Bund Suppengrün und schmeckt als Gemüse und Salat. Staudensellerie ist würziger im Geschmack, viel saftiger und noch reicher an Inhaltsstoffen. Knollen- und Staudensellerie hatten in der Antike eine große Bedeutung. Im alten Ägypten wurden Blätter- und Blüten vom wildwachsenden Sellerie gleichsam als Symbol für Sieg und Triumph als Grabbeigabe verwendet und beim Leichenschmaus serviert. Sellerie war bei den Ägyptern wie auch bei den Griechen dem Gott der Unterwelt gewidmet. Der Pflanze wird eine leicht stimmungsaufhellende und aphrodisierende Wirkung nachgesagt.

Sellerie steht im Ruf, liebesmüde Leute munter zu machen

„Fritzchen freu dich, morgen gibt‘s Selleriesalat“ – ein alter Gassenhauer, der einen eindeutigen Hintersinn hat. Seit eh und je steht nämlich der Sellerie im Ruf, liebesmüde Leute munter zu machen. Laut Homer soll die Nymphe Calypso den Sellerie für ihren Zaubertrank genutzt haben, mit dem sie die Männer zuerst liebestoll gemacht und dann in Schweine verwandelt habe. Eine solche Wirkung ist wissenschaftlich nicht erwiesen, aber dass in diesen Fällen der Wunsch der Vater des Gedankens ist, läßt sich wohl kaum von der Hand weisen. Eines jedoch ist gewiß: Sellerie wirkt dank seines hohen Anteils an ätherischen Ölen kreislauf- und appetitanregend und kann den Stoffwechsel positiv beeinflussen.

Bei uns daheim gab es an jedem Samstag eine Eintopfsuppe. Darin war alles enthalten, was es im Garten zu ernten gab. Bis heute gilt: In eine ordentliche Suppe gehört Suppengrün – und darin ist immer ein Stück Sellerie.

So wird‘s gemacht

Sellerie-Apfel-Karotten-Salat: 1 Knolle Sellerie und 2 Karotten gut bürsten, dünn schälen und roh raspeln. 3 Äpfel ohne Kerngehäuse raspeln. Alles in eine Marinade aus 1 Joghurt, dem Saft einer Zitrone, 1 EL Zucker, gehackter Petersilie, Worcestersauce und 4 EL ÖL geben und gut durchziehen lassen. Vor dem Anrichten mit gehackten Nüssen oder Mandeln überstreuen.