Radolfzell Kochen mit Erika: Ein Dessert für den Meister der Notenfeder

Tonkunst und Kochkunst haben einiges gemeinsam – zu beiden gehört die Gabe, bestimmte Zutaten harmonisch zusammenzufügen.

Der große Komponist Ludwig van Beethoven arbeitete unablässig und fleißig, wo immer er sich auch aufhielt. Setzte er sich in einer Wirtschaft zum Mittagsmahl, zog er stets sein Notizbuch hervor und begann zu schreiben. Dann verzog sich der Kellner diskret. Nach einer Stunde dröhnte plötzlich Beethovens Stimme durch den Raum: „Zahlen!“. Darauf der Kellner: „Aber Euer Gnaden haben ja noch gar nicht bestellt?“ „Alsdann bringen S'mir irgend was zu essen – und stören S'mich nicht.“

Die Verknüpfung der Themen Musik und Kulinarik zu einer leckeren Variationsreihe in vielen Tönen ist reizvoll. Tonkunst und Kochkunst haben einiges gemeinsam: Zu beiden gehört die Gabe, bestimmte Zutaten, seien es Töne, seien es Nahrungsmittel, harmonisch und nach eigenen Gesetzen zusammen zu fügen. Es ist allerdings nicht leicht herauszufinden, inwieweit ein Kochrezept tatsächlich aus einer Musikerküche kommt, auch wenn es danach klingt.

Es gibt aber manche Rezepte, die von Musikern entweder selbst komponiert und gerne gegessen, oder gar nach ihm benannt worden sind. Zu Beethovens Leibspeisen gehörten Fische, insbesondere Forellen, die er auf mehre Arten zuzubereiten wußte. Nur sollte man sich dabei doch lieber auf die eigene als auf des Meisters Kochkunst verlassen. Von seinem Freund Ignaz von Seyfried wird ein Beispiel überliefert. Er beschreibt, wie Beethoven als Gastgeber in seiner Küche werkelte. „Auf dem struppigen Haar eine Schlafmütze, um die Hüften eine blaue Küchenschürze ... Nach einer Geduldsprobe von mehr denn anderthalb Stunden wurde endlich serviert. Die Suppe gemahnte an die im Gasthaus an die Bettlerzunft mild gespendete Gabe.

Das Rindfleisch war halb gar, das Gemüse schwamm in Fett und Wasser. Nichtdestoweniger sprach der Festgeber allen Schüsseln tüchtig zu, geriet durch den zu erwartenden Beifall in gute Laune und suchte sowohl durch das eigene Beispiel und dem unmäßigen Angreifen der vorhandenen Leckerbissen seine saumseligen Gäste zu animieren.“

Ludwig van Beethoven nannte sich selbst gerne „Mehlschoeberl“ nach seiner großen Vorliebe für Mehl- und Süßspeisen. Das nebenstehende Rezept für eine leckere Schokoladenpastete sei deshalb ihm gewidmet.

So wird’s gemacht

Schokopastete: Eine Kastenform mit Folie auslegen. In einem kleinen Topf 1 Tafel Schokolade mit 1/3 Tasse Butter bei niederer Temperatur schmelzen. 2 EL starker schwarzer Kaffee und 2 EL Rum einrühren. 2 geschlagene Eier hinzufügen und bei niedriger Hitze solange rühren, bis die Masse dick ist. Vom Herd nehmen, 1 TL Vanillezucker und eineinhalb Tassen gehackte Walnüsse einrühren. 2Tassen Schlagsahne steif schlagen und in die Schokoladenmasse geben. Diese in die Kastenform füllen und 6 bis 8 Stunden frieren lassen. Vorsichtig aus Form und Folie lösen, auf eine Platte geben und mit Schokoladenlocken servieren.

 

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