Schmal und lang oder dickköpfig, weiß oder rot, zum Teil zart und lieblich, zum Teil aber auch grob und in rauhen Mengen auftretend, sind sie ein überaus volkstümliches Gewächs. Es gehört zu den Kreuzblütlern in der Kohlfamilie und besteht hauptsächlich aus den stark verdickten Wurzeln, die grünlich weiß, rot, violett oder schwarz aus der Erde gezogen werden.

Rettich wird vor allem roh gegessen

Darüber hinaus sind sie sogar eine ausgesprochen bayrische Institution. Die „Radi“, die man hochdeutsch auch „Bierrettich“ heißt, sind bei einer zünftigen Brotzeit mit Brezen und Bier unverzichtbar und vom Oktoberfest in München nicht wegzudenken. Ein guter Rettich ist nicht biegsam oder weich, sondern stets fest und stramm. Früher lagerte man den Rettich in einem feuchten Keller und konnte ihn so bis in den Januar frisch halten. Rettich wird vor allem roh gegessen, dazu in Scheiben oder lange Spiralen geschnitten und wasserziehend gesalzen, was seine oft brennende Schärfe mildern kann. Je schärfer der Rettich ist, desto besser ist er, denn umso mehr Inhaltsstoffe hat er in sich versammelt.

Richtige „Wurzelbehandlung“ ist notwendig

Dafür, wie man einen Radi herrichtet, hat man kein gültiges Rezept, doch viele falsche. So, wie es mehrere Sorten gibt, so verlangen sie nach einer besonderen „Wurzelbehandlung“. Salz braucht man zu jedem Radi; das richtige Radisalz ist grobkörniger als das gewöhnliche Speisesalz, und gesalzen wird immer mit den Fingern. Eine spezielle Technik ist nötig, um den Radi fachgerecht zu schneiden, damit der Radi anschließend richtig „weint“ und die Konsistenz bekommt, die den Genuss bringt. Versuchen Sie es mit engen Schnitten!

Der wasserreiche Rettich lässt sich gut dünsten oder kochen und in Salaten oder Suppen verwenden. Ihn zu kochen, ist für uns keineswegs sonderbar. In Asien, wo Rettiche Volksnahrungsmittel sind, kann sich aber niemand vorstellen, dieses Gemüse roh zu essen.