„Ein gänzlich anderer Abend“ – dieses Versprechen gab die Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz und Moderatorin der Show „Queen – Glamrock in Concert“, Insa Pijanka, in ihrer Begrüßung. Sie sollte recht behalten. Rund 60 Musiker des Symphonieorchesters, gepaart mit Rockmusikern, Dirigent und Pianist Rasmus Baumann, drei unterstützende Sängerinnen und allen voran gleich vier Freddie Mercurys inszenierten die Songs der legendären Rockband.

Denn die Antwort auf die im Vorfeld am häufigsten gestellte Frage, wer den legendären Leadsänger mit der grandiosen Stimme darstellen könne, konnte nur „Niemand“ lauten. So sorgten bei der von Insa Pijanka konzipierten Show im ausverkauften Radolfzeller Milchwerk gleich vier Leadsängerinnen und -sänger für Begeisterung.

Der Solist Henrik Wager gehört zu den vier Solosängern, die beim Konzert „Queen – Glamrock in Concert“ dem legendären Leadsänger Freddie Mercury ihre brillante Stimme gaben.
Der Solist Henrik Wager gehört zu den vier Solosängern, die beim Konzert „Queen – Glamrock in Concert“ dem legendären Leadsänger Freddie Mercury ihre brillante Stimme gaben. | Bild: Petra Reichle

„Wir sind die absurdeste Band der Welt“, zitierte Insa Pijanka Freddie Mercury und fand mit den Worten „eine Band mit einem majestätischen Namen, die rockig und glamourös, aber gleichzeitig auch skandalös und unverschämt ist“ ihre eigene treffende Beschreibung. Vor allem in den 70er und 80er Jahren schrieb die Band Musikgeschichte, spielte mehr als 700 Konzerte und gehört mit über 200 Millionen verkaufter Alben zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten.

Orchester trifft Rock

Wer den farbigen und unkonventionellen Stil der Band erleben will, muss dies in einer Live-Show tun. Am besten in einer Inszenierung wie sie Intendantin Insa Pijanka und Arrangeuer Martin Yates gelungen ist – einer Synthese aus dem gewaltigen Potential eines modernen Symphonieorchesters, den Musikern einer Rockgruppe sowie stimmgewaltigen Sängerinnen und Sängern. Denn mit Katja Friedenberg und Judith Lefeber sowie Henrik Wager und Alex Melcher war es Martin Yates gelungen, vier großartige Künstler zu verpflichten, die die Lieder aufrichtig und virtuos in Szene setzten.

Solist Alex Melcher und Dirigent Rasmus Baumann geben beim rhythmischen Klatschen zum Song „Radio Gaga“ den Takt an.
Solist Alex Melcher und Dirigent Rasmus Baumann geben beim rhythmischen Klatschen zum Song „Radio Gaga“ den Takt an. | Bild: Petra Reichle

Nicht nur durch ihre unverwechselbaren Stimmen selbst, sondern auch durch den gekonnten Wechsel zwischen Solostücken und im Duett und Quartett interpretierten Liedern wurde der Stil von Queen – opernhaft, theatralisch und gleichzeitig rockig und expressiv – verkörpert. Der weiche und zugleich majestätische Sound des Symphonieorchesters wurde für die Queen-Kompositionen perfekt durch den Klang von fünf Rockmusikern ergänzt.

Geschichte einer legendären Band

Nicht nur die Lieder selbst machen den Charakter dieser Band aus. Er wurde in der Show auch durch kurze Videoprojektionen und vor allem durch von Insa Pijanka erzählten Anekdoten aus der Bandgeschichte vermittelt. Von den Anfängen der Gruppe, die das Musikstudio nur nachts und laut Mercury gemeinsam mit den Ratten nutzen durften, bis hin zu ihrem legendären Live-Auftritt im Rahmen des „Live Aid“-Wohltätigkeitskonzerts 1985 in London.

Es sollte einer der letzten großen Live-Auftritte der Band werden. Fulminanter Höhepunkt des Konzerts im Milchwerk war die Inszenierung des majestätischen Songs „Bohemian Rhapsody“ – ein Song, der wie kein anderer den Stil der Band verkörpert und zugleich die an diesem Abend perfekt inszenierte Synthese aus Symphonieorchester und Rockband in sich vereint. 

 

Zur Show

Die Show „Queen– Glamrock in Concert“ wurde von der Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, Insa Pijanka, konzipiert und moderiert. Die Songs und der unvergleichliche Stil der legendären Rockband Queen wurden durch eine Synthese aus Symphonieorchester, Rockgruppe und Solosängern inszeniert. Auf der Bühne standen rund 60 Musiker des Symphonieorchesters, die Rockmusiker Heiko Pape, Thorsten Drücker, Frank Pecher, Donato Deliano, sowie Andy Pilger, Dirigent und Pianist Rasmus Baumann, die Solokünstler Katja Friedenberg, Judith Lefeber, Henrik Wager und Alex Melcher sowie die Backing Sängerinnen Julia Fuchs, Sabine Bürger und Nicole Jucic.