Der Aktionstag „Herz für Kinder“ zog rund 500 Eltern mit ihren Kindern in die Innenstadt von Radolfzell. Wie an einer Perlenschnur aufgefädelt, reihten sich zwischen dem Seetorplatz, der Teggingerstraße und dem Seemaxx 22 Spielstationen für Kinder im Alter zwischen drei und 14 Jahren aneinander.

Die Kinder jonglierten mit Tellern oder spielten mit einem Riesenmikado. In einem Barfuß-Park ertasteten sie mit bloßen Füßen verschiedene Materialien. Sie übten sich in Gleichgewichtsspielen oder erfühlten Objekte in einer Box. Sie fuhren Rennen auf einer Carrera-Bahn, bastelten mit Elektrobausätzen und Schmuck, übten sich im Bau einer Panflöte und bangten an der Puppenbühne um die Protagonisten.

Großes Interesse an Aktionen der Retter

Die Rettungsdienste boten für die Kinder die interessantesten Spiele an. An deren Ständen gab es die längsten Schlagen. Andrea Brossart war mit ihrem Hund auf dem Aktionsstand der DLRG. Die Tiere der Rettungshundestaffel übten auf die Kinder eine starke Attraktion aus. Bossart überreichte den Kleinsten die Leine ihres Rettungshundes und führte sie gemeinsam über ein Wackelbrett, eine Wippe, durch einen Tunnel und über eine Rampe mit einer liegenden Leiter.

Hundestaffeltrainerin Andrea Brossart (links) führte beim Aktionstag den von Hunden begeisterten Tim mit dem Mischlingshund Merlin durch den Trainingsparcours der DLRG am Radolfzeller Seetorplatz. Bild: Georg Lange
Hundestaffeltrainerin Andrea Brossart (links) führte beim Aktionstag den von Hunden begeisterten Tim mit dem Mischlingshund Merlin durch den Trainingsparcours der DLRG am Radolfzeller Seetorplatz. Bild: Georg Lange

„Die Geräte machen Sinn, weil die Hunde im Gelände schwierige Situationen haben, die sie überwinden müssen“, so Brossart. Sämtliche Hunde seien Flächensuchhunde, die im Gelände nach vermissten Menschen suchen. Alle 18 Monate absolvieren sie eine Prüfung, bei denen die Hunde innerhalb einer halben Stunde zwei Menschen auf einem 50 000 Quadratmeter großen Gelände finden müssen.

Boxen am Fightclub-Stand

Ein ebenso hoher Andrang war auf dem Aktionsstand des Fightclubs Radolfzell. Jungen wie Mädchen zeigten sich gleichermaßen am Kampfsport und in der Selbstverteidigung interessiert. Sie stülpten sich Boxhandschuhe über und boxten in die geschützten Hände der Trainerin. Eine weitere Sportlerin übte mit den Kleinsten schnelle Tritte aus dem Kickboxen.

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Beim Jugendrotkreuz ging es spielerisch mit einer Rettungssituation um das Thema Verbände: In der Sankt Johannis Straße Ecke Schiesser Straße lag auf dem Gehweg ein schwer verletzter Bär. Sebastian Lipinski, Gruppenleiter beim Radolfzeller Jugendrotkreuz, beauftragte eine Mutter mit ihrem Sohn, den Bären mit einer ersten Hilfe zu retten. Das Duo griff die Sanitäter-Trage, überwand einen Hindernisparcours und erreichte gerade noch rechtzeitig den Teddybären. Neben dem verletzten Stofftier lag ein großer Koffer mit Verbandsmaterialien. In den Gesichtern der Retter breitete sich ein Strahlen aus, als sie den Bären mit Mullbinden verarzteten und verbanden.

Der Familienverband Radolfzell ist Mitinitiator des Aktionstages. Gemeinsam mit dem heimischen Handballclub errichteten sie ein Spielstand. Hinten von links: Karin Vögele (Vorsitzende), Carola Rösch, Sabine König, Martina Rendler, Ulrike Geiger-Teschner sowie vorne von links die Kinder Keja Wehde, Imilia Beccara und Mona Förstner. Bild: Georg Lange
Der Familienverband Radolfzell ist Mitinitiator des Aktionstages. Gemeinsam mit dem heimischen Handballclub errichteten sie ein Spielstand. Hinten von links: Karin Vögele (Vorsitzende), Carola Rösch, Sabine König, Martina Rendler, Ulrike Geiger-Teschner sowie vorne von links die Kinder Keja Wehde, Imilia Beccara und Mona Förstner. Bild: Georg Lange

Es gehe darum, dass Kinder lernen, wie man mit einem Verband umgehen kann, erläuterte Lipinski die Spielidee. Beim Aktionstag verknüpfte das JRK ein Abenteuerspiel mit einem Lerneffekt. Nebenan modellierte Corinna Hinz mit Knetmasse und Theaterschminke eine realistisch anmutende Fleischwunde auf dem Unterarm eines Kindes. Sie war bei den Kindern mindestens genauso begehrt wie die auf dem Aktionstag angebotenen Glitzertattoos.

Wie der Aktionstag entstand

Der Aktionstag entsprang der Idee der Aktionsgemeinschaft Radolfzell, Eltern Alternativen beim Einkauf anzubieten, erläuterte Karin Vögele vom Familienverband Radolfzell: „Während Eltern einkaufen, können Kinder auf der Straße spielen.“ Mittlerweile entwickelte sich der Aktionstag zu einem Netzwerk des Familienverbandes mit Anbietern von Hilfs- und Dienstleistungen für Kinder. Schulen, Vereinen, Tagesmütter, Kindergärten und Unternehmen haben die Möglichkeit sichtbar zu werden, so die Vorsitzende: Es solle die große Angebotsvielfalt für Kinder gezeigt werden.

Beim Aktionstag können einerseits Familien den direkten Kontakt aufnehmen, während die Kinder an den Spielen teilnehmen. Andererseits erhalten Vereine die Chance, auf ihre Jugendarbeit aufmerksam zu machen und gegebenenfalls Kinder für eine Mitarbeit zu begeistern.