Schon bei den ersten Worten des Kabarettisten Stephan Bauer waren die Zuschauer im Milchwerk mitten im Programm "Vor der Ehe wollt' ich ewig leben" drin: "Schönen guten Abend, mir geht's nicht so wahnsinnig gut. Meine Frau hat einen anderen – glaub' ich zumindest."

Das Mann-Frau-Verhältnis war sein Thema und als Requisit diente nur ein Hocker, auf dem er es nie lange aushielt. Mal trotzig, mal schadenfreudig lachend, mal freudig erregt oder hechelnd fegte Bauer über die Bühne. Es ging um Müdigkeit in der Beziehung, um die Alternative Single-Leben, Fremdgehportale, um Jugendwahn und diverse Möglichkeiten, das eingeschlafene Liebesleben wieder zu wecken. Er referierte genussvoll über Frauen, die heutzutage die Männerdomäne "unter der Gürtellinie" erobern.

Eine Pointe jagte die nächste als Stephan Bauer seine Erfahrungen als Ehemann schilderte. Seine Ehe sei mittlerweile ziemlich eingeschlafen, vergleichbar mit der Ansage im Radio "Es liegen keine Verkehrsmeldungen vor". In der Familienhierarchie stünde er sogar unter dem Haustier Mops. "Der glotzt nur blöde, wedelt mit dem Schwanz und alle freuen sich", beklagte sich Bauer. Die Antwort auf seine Frage was passieren würde, wenn er das mache, ließ er lieber offen.

Bauer kam zu dem Schluss, dass er sich eben arrangieren müsse, es ihm vor dem Baggermarkt graue und er seine Frau am meisten ärgern könne, wenn er bei ihr bliebe. Und wenn man gegenseitig Lebensversicherungen aufeinander abschließe, könne die Partnerschaft wieder an neuer Spannkraft gewinnen.

Stephan Bauer ist ein Bühnenroutinier, der seit den 1990er-Jahren mit Soloprogrammen als Kabarettist auftritt. Bekannt wurde er durch Auftritte in Fernsehformaten wie dem "Quatsch Comedy Club" oder "Schmidt & Pocher". Er beherrscht sein Handwerk, das unterhaltsame Programm überzeugte mit Esprit, Spitzfindigkeiten und Hintergründigkeiten. Nur stellenweise gewannen Plattheiten und Zoten die Oberhand. Auch wenn das Humorzentrum teilweise unter der Gürtellinie lag, traf Bauer den Nerv des Publikums.