Was würden die Wähler von morgen heute wählen? Dieser Frage geht die fiktive Juniorenwahl am Friedrich-Hecker-Gymnasium nach, die bereits am Freitag vor der eigentlichen Bundestagswahl stattfand. Das Ergebnis: Könnten die minderjährigen Schüler bereits wählen, dann hätten sie sich für eine wahrscheinliche Koalition aus Grünen und CDU entschieden. Wahlberechtigt waren alle Schüler ab der achten Klasse, insgesamt 423 Jugendliche.

Katharina Aichem, Schülerin aus dem Leistungskurs Gemeinschaftskunde, der die Wahl organisiert hat, erzählt: "Wir wollten die Wahl exakt nachstellen." Wahlbenachrichtigungszettel wurden an die Schüler verteilt, für das Wahlbüro mit Wahlkabinen und Infowänden zu Parteien und Kandidaten wurden ein Leiter bestimmt und eine Pressestelle eingerichtet. Und so haben die Jugendlichen gewählt: Stärkste Partei sind die Grünen mit 29,9 Prozent, gefolgt von der CDU mit 25,6 Prozent. Die SPD erhielt 15,5 Prozent und die FDP 11,7 Prozent. Die Fünf-Prozent-Hürde hat noch die Linke mit 6,67 Prozent geschafft. Alle anderen Parteien liegen darunter, die AfD bei 1,6 Prozent. Andreas Jung hat 45,33 Prozent aller Erststimmen bekommen. Schulleiterin Ulrike Heller-Paulus zeigte sich begeistert und wollte wissen, wie Jugendliche sich hauptsächlich politisch informieren. Viele haben das Fernseh-Duell von Merkel und Schulz gesehen. Allerdings auf You-Tube. Die Interviews verschiedener You-Tuber mit den Kandidaten stehen noch höher im Kurs. Sina Geiger meint: "You-Tuber bringen Themen, die uns interessieren."

3490 Schulen und knapp eine Million Jugendliche aus ganz Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr an der offiziellen Juniorwahl der Bundesregierung. Das Friedrich-Hecker-Gymnasium hat die Wahl jedoch in Eigenregie veranstaltet. In der Vergangenheit hatte das Friedrich-Hecker-Gymnasium bereits an der fiktiven Wahl für Schüler teilgenommen. "In diesem Jahr haben wir leider die Anmeldefrist verpasst", erzählt Angela Wolf, Lehrerin am FHG.