Ferienzeit ist freie Zeit: zum Ausspannen oder um Neues auszuprobieren. Wie wäre es damit, Fossilien auszugraben, ein Floß zu bauen oder hinter die Kulissen eines Radiosenders zu schauen? Das Lollipop KinderKulturZentrum und das Café Connect bieten ein buntes Programm für die ersten drei Ferienwochen.

Schon beim Anfassen merkt man: Das Programmheftchen fällt ein wenig fülliger aus als in den vergangenen Jahren. 42 Angebote für Kinder von sechs bis dreizehn Jahren sind darin aufgelistet, Jugendliche können zwischen 32 Aktionen wählen. „Das ist ein schönes Zeichen für die wohlwollende Zusammenarbeit mit den vielen Aktiven der Radolfzeller Vereine“, urteilt Jugendreferentin Eva-Maria Beller. Es werden nicht nur seit Jahren gut laufende Veranstaltungen wie ein Vormittag bei den Honigbienen (mit einem frischen Honigbrot als krönendem Abschluss) angeboten, sondern auch immer wieder neue Ideen geliefert.

Die Teilnehmerzahl ist oft begrenzt

Sehr gut kam beispielsweise vor zwei Jahren das Angebot der Firma Sybit an, Jugendlichen die Arbeit eines Softwareentwicklers näher zu bringen und ein Internet-Projekt zu gestalten. Das Unternehmen lädt auch in diesem Jahr wieder angehende Programmierer ein. Sportbegeisterte Jugendliche lockt vielleicht das Parkourtraining. Und wer einfach Spaß haben will, könnte beim Bobbycar-Rennen im Slalom, über Rampen und unter Limbostangen vorbeischauen. Bei vielen Angeboten ist die Teilnehmerzahl begrenzt, einige sind jedoch offen – wie die Radolfzeller Filmnächte. Als Jugendfilm wurde aus den drei möglichen Angeboten mit großem Abstand „Fluch der Karibik V“ ausgewählt, erzählt Anneli Biewald vom Café Connect.

Auch Kindern winken neue Angebote wie eine Druckkreativwerkstatt, in der Fantasietiere auf Papier entstehen, oder ein Workshop „Weltall – Raumstationen“, in dem sie sich als Ingenieure und Forscher versuchen können. Ibrahim Güler vom Lollipop Team erzählt strahlend von der Begeisterung der Kinder: „Das sind unvergessliche Eindrücke, wenn sie mit Hammer und Meißel im Steinbruch unterwegs sind und ihren Freunden einen Fund präsentieren oder wenn sie im Stadtgarten Fledermäuse beobachten.“

In diesem Jahr gibt es mehr Anmeldeplätze

Im vergangenen Jahr waren alle 584 Anmeldeplätze für Kinder belegt. In diesem Jahr sind es 630 Plätze. Bei der Vergabe der Plätze entscheidet das Los. Die Pädagogen achten darauf, dass jedes Kind mindestens eines von fünf möglichen Angeboten wahrnehmen kann. Als das Ferienprogramm 1979 eingeführt wurde, sollte damit die soziale Gerechtigkeit für alle Kinder in Radolfzell gefördert werden. Diesen Gedanken habe die Stadt stets als roten Faden verfolgt.

Einiges habe sich verändert im Laufe der Jahre, berichtet Eva-Maria Beller, wie etwa der Einsatz neuer Medien. Doch in erster Linie solle das Sommerprogramm allen Kindern und Jugendlichen offenstehen, um gemeinsam spannende Ferien zu erleben.