Offenbar geht den Radolfzellern die Lust am Mitgestalten in der Stadt aus. Zu dieser Erkenntnis kann man angesichts des jüngsten Bürgerinformationsabends im Milchwerk kommen. Gerade einmal rund 40 Personen wollten sich von Oberbürgermeister Martin Staab und einigen Mitarbeitern aus der Stadtverwaltung auf den neuesten Sachstand bei aktuellen und längerfristigen Projekten wie dem Step 2030 bringen lassen.

Themen scheinbar nicht so interessant

Dabei hatte der OB beim vorangegangenen Bürgerinformationsabend im März noch die Hoffnung formuliert, dass ein größeres Interesse an den Themen in der Stadt vorliegt. Da waren nämlich rund 320 Personen zu der Veranstaltung im Kleinen Saal des Milchwerks gekommen. Allerdings gab es auch ein Thema, dass viele Anwohner der Innenstadt direkt betraf – die Parkraumbewirtschaftung im Bereich zwischen der Bismark-, Schützen- und Haselbrunnstraße.

Anwohnerparkscheine kommen

Auch im jüngsten Zusammentreffen stand dieses Thema auf der Agenda. Wenngleich die Informationen dazu nicht sonderlich ausführlich waren. Immerhin konnten die Besucher auf Nachfrage bei Frank Mattes von der Straßenverkehrsbehörde erfahren, dass die Einführung der Anwohnerparkscheine „noch in diesem Jahr“ vorgesehen ist. Allerdings gab er zu bedenken, dass der zusätzliche Aufwand vom aktuellen Personal nur schwerlich zu erledigen sei.

Eine neue Stelle wird besetzt

Aktuell soll nach seiner Aussage eine neue Stelle besetzt werden, die die notwendigen Kapazitäten ermöglicht. Bleibt zu hoffen, dass die Stellenbesetzung schneller erfolgt, als dies bei anderen Posten in der Stadtverwaltung in der Vergangenheit der Fall war. Seit Jahren ist die Stelle eines Stadtplaners in Radolfzell unbesetzt, nachdem ein langjähriger Mitarbeiter gegangen war. Als weitere Punkte auf der Tagesordnung standen der Stadtentwicklungsplan (Step 2030), die Konstanzer Brücke und das Bora Hotelprojekt im Streuhaugebiet.

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Vor allem der Step 2030 offenbarte, wie viel in Radolfzell noch zu tun ist. OB Martin Staab führte 14 Schlüsselprojekte mit insgesamt 450 verschiedenen Maßnahmen an. Eine Übersichtskarte verdeutlichte, das ein Großteil der geplanten Maßnahmen noch nicht begonnen wurde. Der neu gewählte Gemeinderat wird also in den nächsten fünf Jahren noch zahlreiche Entscheidungen zu treffen haben, die die Zukunft der Radolfzeller beeinflussen wird.

Thema: Konstanzer Brücke

Ein aktuelles Thema ist dabei die Konstanzer Brücke, auf der die Rad- und Fußwege neu geordnet werden sollen. Der OB machte noch einmal deutlich, dass zwei der vier im Gemeinderat diskutierten Lösungen nicht rechtskonform sind und er deshalb Einspruch einlegen musste. „Nun wird das Regierungspräsidium entscheiden“, sagte er. Und im Anschluss ließ er im Gespräch mit dem SÜDKURIER erkennen, dass er keinen Ausgang voraussagen kann: „Ich bin mal gespannt, was dabei herauskommt“, ließ er wissen. In jedem Fall möchte die Verwaltung mit der Umsetzung noch in diesem Jahr beginnen, um die zugesagten Fördermittel in Höhe von 130 000 Euro nutzen zu können.

Stadt pflanzt Bäume nach

Zudem nutzte Staab den Abend dazu, mit falschen Fakten aufzuräumen, die immer wieder in der Stadt kolportiert würden. Als Beispiel nannte er die Baumfällungen im Stadtgebiet. So wurden im Laufe eines Jahres 58 Bäume in Radolfzell und den Ortsteilen gefällt und 76 neue gepflanzt. „Dazu sind wir nicht verpflichtet, wir machen das, weil wir es wollen“, sagte der OB. Zudem achte man darauf, dass heimische Baumarten gepflanzt werden.

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