Lediglich sieben Monate dauerte die Sanierung des Radolfzeller Seebades, bis es im Juli diesen Jahres den Bürgern übergeben wurde. Nun ist die Badesaison beendet. Anlass genug für die Initiative „Mettnau für Alle“, zu einem Austausch in das Turnerheim einzuladen um in einem Gesprächsabend Erfahrungen mit dem neu renovierten Seebad zu sammeln und diese in kreative Vorschläge für die geplante Sanierung des Strandbades Mettnau münden zu lassen.

Die Bürgerinitiative versteht sich als eine Art Ideengeber zur Vermeidung von Fehlern beim künftigen Umbau des Strandbades sowie als Impulsgeber für einen sinn- und verantwortungsvollen Umgang der eingesetzten Mittel, damit Bade- und Kurgäste, Pächter und Betreiber sowie politisch Verantwortliche das Strandbad mit Zufriedenheit nutzen können. Anwesende Gemeinderäte erhielten während der Gesprächsrunde eine Orientierung aus einem kleinen, aber engagierten Teil der Bevölkerung.

Geräumig und viel helles Holz

Zwei Mal lud die Stadtverwaltung zu einer Besichtigung der Baustelle des Seebades ein, mit der Möglichkeit, sich bei den Architekten und Bauherren zu informieren. Die Initiative bedankte sich bei den Verantwortlichen für die schnelle Durchführung, das Engagement und die gute Zusammenarbeit.

Die Gestaltung des Seebadgebäudes sei sehr ansprechend, so das Resüme der Initiative. Es wurde viel helles Holz verwendet und ein durchgängiger Laubengang mit einem geräumigen Eingangsbereich errichtet, an dem ein großzügiger Küchentrakt angrenzt. Die Gastronomie sei bei den Besuchern sehr beliebt, so die Einschätzung. Und das Seebad sei von vielen auswärtigen Gästen besucht worden.

Kritik an Kiesweg

Die Außenanlage sei attraktiv gestaltet worden, doch sei der Kiesweg für Barfußgänger sowie für Eltern mit Kinderwägen mühsam und für Rollstuhlfahrer unzugänglich. Anstelle von Fliesen wurde im Nassbereich ein pflegeaufwendiger Kunststoffboden verlegt. Statt mit Gas wird nun mit Strom gekocht, das sich in der Kostenbilanz für die Pächter bemerkbar macht, so das Resüme.

Außerdem seien drei Umkleidekabinen zu wenig für den Bedarf an Badegästen. Die Anzahl der Tische im gastronomischen Bereich sei unzureichend. Es fehle an Tischen für kleine und große Gruppen. Als Nebeneffekt würden Gäste auf Treppen ausweichen, so die Initiative. Sie griff ebenso eine Problematik der offenen Architektur auf: Außerhalb der Saison wird das Seebad für Spaziergänger frei gegeben. Das Gebäude sei aktuell ungeschützt.

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Die Gäste erarbeiteten gemeinsam mit der Initiative einen Katalog an Vorschlägen für das neue Strandbad. Teilnehmer wünschten sich für das Strandbad eine Aufsicht durch die DLRG auf einem erhöhten Platz. Ein Bademeister solle für die Einhaltung der Badeordnung sorgen. Handgriffe an den Bojen könnten den Schwimmern eine Rastmöglichkeit geben. Ebenso sei ein Badeschwimmsteg wünschenswert, sowie die Befreiung des Seezugang von großen Steinen, eine Errichtung eines Notruftelefons der Björn Steiger Stiftung sowie die Installation eines Defibrillators.

Diskussion über Standup-Paddler

Eine große Diskussion löste die Nutzung des See- und Strandbades durch Standup-Paddler (SUP) aus. Per se seien die Paddler willkommen. Die Initiative wünscht sich jedoch eine eigene Schwimmzone, die für Standup-Paddler gesperrt sein solle. Stehpaddler sollten im Seebad eine Möglichkeit erhalten, in einer eigenen Hütte ihr Sportgerät aufzustellen. Die Initiative spricht sich für eine neue Badeordnung aus, die die Standup-Paddler einschließen. Jeder zweite Gast bringt aktuell sein SUP mit in das Strandbad, so die Pächterin. Standup-Paddler abzuweisen wäre für Pächter geschäftsschädigend.

Die Gäste wünschten sich eine Gestaltung der Gastronomie, die nicht nur auf Gartenstühle basiert. Die Teilnehmer diskutierten über die Möglichkeit einer Ganzjahres-Gastronomie für das Strandbad. Hierfür müssten jedoch die Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsprüfung abgewartet werden. Viele Teilnehmer waren sich einig, dass für eine ganzjährige Saison etwas Besonderes angeboten werden müsse, da die Badesaison ein anderes Prinzip mit schneller Küche und der schnellen Ausgabe von Getränken und Essen verfolgt. Innerhalb von kurzer Zeit werden viele Gäste versorgt. Die Teilnehmer sprachen sich für eine Beteiligung der Betreiber und Pächter an der Planung der Gastronomie aus.