Radolfzell/Hegau In der Kürze liegt die Würze: Drei regionale Teilnehmer sind bei Deutschen Filmfestspielen in Radolfzell dabei

Die 75. Deutsche Filmfestspiele finden in Radolfzell statt. 60 Filme laufen von 25. bis 28. Mai im Milchwerk und drei Filme von Mitgliedern des Filmclubs Singen-Radolfzell sind dabei. Eine Jury vergibt am Sonntag den Obelisk, den deutschen Oscar für Kurzfilme. Im Text erzählen Filmclubmitglieder von der Organisation der Veranstaltung und ihren Kurzfilmen.

Jetzt wird es langsam erst: Nach rund anderthalb Jahren Planung trifft Walter Reichhart, Vorsitzender des Filmclubs Singen-Radolfzell, die letzten Vorbereitungen für die 75. Deutschen Filmfestspiele, die in Radolfzell stattfinden. Den Aufbau für das bundesweite Treffen von nichtkommerziellen Kurzfilmmachern machen die Mitglieder des Filmclubs am Mittwoch im Milchwerk in Radolfzell. Dort stehen dann von Donnerstag, 25. Mai, bis Sonntag, 28. Mai, im großen Saal 400 Plätze vor der Leinwand zur Verfügung. Die Besucher können in thematischen Blöcken über mehrere Tage verteilt die rund 60 Kurzfilme sehen. Nach jedem Block gibt es eine Gesprächsrunde.

Drei dieser Beiträge, die der Bundesverband ausgewählt hat, kommen von Mitgliedern des Filmclubs Singen-Radolfzell. "Das ist außergewöhnlich", sagt Reichhart. Hansueli Holzer (CH-Ramsen) ist am Donnerstag in Block B ab 20 Uhr dabei. Die jeweils siebenminütigen Kurzfilme von Guido Moriell (Radolfzell) und Werner Duffner (Mühlhausen-Ehingen) laufen in Block D am Freitag ab 16 Uhr.

Für Filmclub-Mitglied Holzer ist es nicht das erste Mal, dass einer seiner Filme beim Daff gezeigt wird. Daff ist die gängige Abkürzung für die Deutschen Filmfestspiele. Das A steht für Amateur, wobei Walter Reichhart erklärt, dass dieser Begriff nicht zu unterschätzen sei. "Meine Filme gehen immer wieder an die Daff", erzählt Holzer. Der dokumentarische Film, der dieses Mal dabei ist, trägt den Titel "Arbeitselefanten" und erhielt bereits beim Bundesfilmfestival Dortmund die Bronzemedaille. Der Film beschäftigt sich mit den großen Tieren und ihren selten gewordenen Einsätzen in Sri Lanka.

"Ich musste zwei Jahre lang suchen, um einen Mann mit einem Arbeitselefanten zu finden", erzählt Holzer. Ein Bekannter habe ihm den Kontakt vermittelt. Arbeitselefanten gebe es heute kaum noch, da vieles mit Maschinen erledigt werde. Ursprünglich war Holzers Film 16 Minuten lang, doch wurde nach Besprechungen im Filmclub kürzer. Die Mitglieder geben sich gegenseitig Tipps, erklärt er. "Ich bin sehr froh um den Filmclub." Die meisten Kurzfilme seien zu lang, aber es gebe gleichzeitig keine ideale Länge. "Drei Minuten können manchmal reichen, andere Filme brauchen 20 Minuten."

Guido Moriell hat Aufnahmen aus der Playmobil-Ausstellung zum Konstanzer Konzil aus dem Jahr 2014 unter dem Titel "Das Konzil" (Silbermedaille beim Bundesfilmfestival Dorfen) zu einer kleinen, lockeren Geschichtsstunde verarbeitet. "Es ist ein starker Film, weil er in wenigen Minuten das Konzil ganz einfach erklärt", sagt Walter Reichhart über das Werk seines Clubkollegen. Moriell vermutet, dass sein Film es aufgrund seines Inhalts in die Daff-Auswahl geschafft hat. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Film so weit kommt." Schmunzelnd fügt er hinzu: "Aber jeder hofft darauf."

Auch für Werner Duffner kam es unerwartet, dass sein Film unter den Werken der Daff ist, weil dieser "nur Bronze beim Bundesfilmfestival Fuldabrück bekommen hat". Er macht gemeinsam mit dem Radolfzeller und Clubmitglied Günter Köhler laufend Kurzfilme, zuletzt zum Beispiel in Singen bei den Jenischen. Beide filmen meist gemeinsam, aber einer von ihnen fertigt dann alleine den geschnittenen Film an. So war es auch bei jenem für die Daff über den Bodensee-Agility-Cup beim Hundesportverein Konstanz.

Holzer, Duffner und Moriell sind bei den Filmfestspielen alle vor Ort. Sie helfen am Mittwoch beim Aufbau und in den Tagen darauf bei der Betreuung der Besucher. "So eine Großveranstaltung kann nur funktionieren, wenn alle Mitglieder mithelfen", sagt Duffner. Die Festspiele wechseln übrigens jedes Jahr den Austragungsort und waren zuletzt im Jahr 2001 in Baden-Württemberg. "Der Obelisk, der verliehen wird, ist der deutsche Oscar für Kurzfilme", erklärt Walter Reichhart.

60 Filme, Gala und Preisverleihung

  • Das Programm: Donnerstag, 25. Mai, ab 10 Uhr Begrüßung der Gäste und Stadtführung, 14.30 Uhr Empfang durch Oberbürgermeister Martin Staab im Milchwerk, 15.30 Uhr Eröffnungsfeier im Milchwerk, ab 17 Uhr Filmblöcke und Gesprächsrunden. Freitag, 26. Mai, ab 8.30 Uhr Ausflugsprogramm, ab 13 Uhr Filmblöcke. Samstag, 27. Mai, ab 9.30 Uhr Filmblöcke und Gesprächsrunden, 19.30 Uhr Gala-Abend und Verleihung des Ehrenobelisken. Sonntag, 28. Mai, ab 9 Uhr Film-Matinee und Abschlussveranstaltung mit Verleihung der Obelisken und Vorführung der prämierten Filme. Der Eintritt ist frei.
  • Die Genres: Die Kategorien, in denen die 60 Filmbeiträge antreten, sind weit gefächert: Spielfilm (20 Minuten), Experimentalfilm, Doku und Reportage (20 Minuten oder kürzer), Reisefilm, Sportfilm und Naturfilm
  • Die Gesprächsrunden: So heißen die kurzen Bewertungen, die die Jurymitglieder zu den Filmen abgeben. Zur Jury gehören Gerd Motzkus, SWR-Redakteur, Babett Ludwig, Vertriebsleiterin aus der Werbefilmbranche und Kommunikationsdesignerin Naemi Reymann. (cla/löf)
Hintergründe und genaues Programm im Internet unter www.daff2017.de

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