Was für eine Hitze in diesem Sommer! Eine Affenhitze sagt der Volksmund. Was die Affen, die der Hitze ihren Namen leihen, bei den hohen Temperaturen tatsächlich so treiben, haben 14 Radolfzeller Kinder beobachtet. Seit Jahren lädt die Radolfzeller Gruppe der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Sommerferienprogramm des Lollipop zu einem Ausflug auf den Affenberg in Salem ein. Der Besuch bei den Berberaffen gehört zu den Klassikern im Ferienprogramm. Auch in diesem Jahr war die Nachfrage groß.

Gruppe findet schnell zueinander

Stella Schulte vom Lollipop erwartete die Gruppe in der Früh am Radolfzeller Bahnhof. Die Dreißiggradmarke war bereits am Vormittag geknackt. Katharina Gätjens, Gerlinde Toelke und Hannelore Jäger von der Awo hatten weiße Schirmmützen für die Kinder mit im Gepäck. "So seid ihr für uns gut zu erkennen", meinte Gätjens.

Der Zug nach Salem brauchte etwas länger – der Anschlussbus zum Affenberg war erstmal weg. Doch die Gruppe sei toll gewesen, sagt Gätjens. Über die Zusage zu einer Veranstaltung im Ferienprogramm entscheidet das Los. So kommt es, dass die Kinder sich nicht unbedingt kennen. Doch der Kontakt sei schnell hergestellt gewesen. Gätjens erzählt, die Kinder hätten an der Bushaltestelle improvisiert, Karten ausgepackt, Uno gespielt, Brote getauscht.

Affen fressen das Popcorn im Zeitlupentempo

Und wie ging es den Affen in der Hitze? Offenbar büßen sie ähnlich wie wir Menschen ein Quäntchen Energie ein. Leonie Reiser erzählt: "Die großen Affen saßen müde auf den Zäunen und haben langsam das Popcorn aus der Hand genommen. Manche waren aber auch satt oder zu faul zum Essen."

Richtig fidel hingegen seien drei Affenbabys gewesen. Eines habe sich einen ganzen Salatkopf geschnappt. Zum Abschluss ging es um den Storchenteich und das Damwildgehege. Die Kinder entdeckten viele Graugänse und Karpfenarten. Nach den Fröschen lauschten sie vergebens. Dafür standen die Störche bereit. Gätjens resümiert: "Wir kamen mit vielen neuen Eindrücken nach Hause."