Kurz vor der Seligsprechung müssen wir die DUH noch einmal ganz irdisch loben, bevor die D wie deutsche U wie Umwelt und H wie Hilfe in den sakrosankten Stand erhoben wird. Niemand sonst greift die wahren Probleme und ja, sagen wir es ruhig, die schweren Sündenfälle dieser Welt auf. Es ist dieser Verein, der furchtlos wie der leibhaftige Gottseibeiuns – Oh Pardon, natürlich eher das Gegenteil – wie der edle Drachtentöter Jürgen (Resch) auf Pferd und mit Lanze unter die untoten Staublungen der Dieselautomobilhersteller fährt und jeden aufspießt, der nicht bei Drei auf ein Elektromobil umgesattelt hat.

Jetzt, und da gehört Einfallsreichtum dazu, hat sich die DUH die deutschen Bischöfe, katholisch wie evangelisch, vorgeknöpft. Todesmutig haben sich ihre Heerscharen unter den Auspuff der Dienstwagen gelegt und den Kohlenstoffdioxidausstoß gemessen. Das Ergebnis bestätigt die schlimmsten Vermutungen, die je für den Transport von Geistlichen gehegt worden sind. Die DUH titelt in ihrer Pressemitteilung über die Motorschlitten der Kirche: "Mehr Schein als Sein." Nur zwei von 47 Kirchenoberhäuptern kämen in den Öko-Himmel: "Erzbischof Heße vom Erzbistum Hamburg und Landessuperintendant Arends von der Lippischen Landeskirche fahren einen Dienstwagen mit realem CO2-Ausstoß im Einklang mit dem EU-Flottengrenzwert von 130 Gramm pro Kilometer." Alle anderen – ab in die Ökohölle. Wer fragt, muss diese Inquisition sein, dem antwortet die letzte Moralinstanz DUH: "Gerade die Kirchen tragen eine gesellschaftliche Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung." Es sei erschreckend, dass über die Hälfte der Befragten mit einem Diesel fahre.

Danke DUH, für die aufklärerische Tat. Für den Wagemut, ruchlose Dieselfreunde immer wieder an den Pranger zu stellen. Welch Gnade dieses eingetragenen Vereins, dass er seine tägliche Pressemeldung gib uns heute mit dieser Kontaktadresse versieht: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell. Mehr Salbung für eine Stadt am Abgrund der Deutschen Dieselrepublik geht nicht.

georg.becker@suedkurier.de