Sieben Stunden lang soll der Ausflug aus dem Inneren der Raumstation ISS an deren Außenwand und die Montage der Icarus-Antenne dauern. Das sei sehr lang, räumt Daniel Piechowski, Wissenschaftskoordinator am Max-Planck-Instutut (MPI), ein, doch der technische Vorgang dürfte entsprechend komplex sein.

Was ist genau das Ziel?

Die Astronauten montieren die Antenne für das Icarus-Projekt des MPI. Ziel ist es, die globale Beobachtung der Wanderbewegungen von Tieren zu ermöglichen, etwa von Zugvögeln oder Fledermäusen, die mit Sendern ausgestattet sind. Langfristig soll es damit etwa möglich sein, Naturkatastrophen wie Erdbeben vorherzusagen oder auch ein Frühwarnsystem für Epidemien (Vogelgrippe) zu erhalten.

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Das MPI und die Universität Konstanz bereiten das Projekt, eine Antenne auf der ISS zu befestigen, bereits seit Jahren vor und arbeitet mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Roskosmos zusammen.

An einer Amsel ist ein Sender angebracht. Solch ein Sender soll durch die Antenne an der ISS beobachtet werden.
An einer Amsel ist ein Sender angebracht. Solch ein Sender soll durch die Antenne an der ISS beobachtet werden. | Bild: Max-Planck-Institut

Was soll heute passieren?

Die beiden russischen Astronauten Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew werden die Antenne an der Außenhaut der ISS anbringen. "Sie haben das mit einem 1:1-Modell in der Therme in Konstanz geprobt", berichtet Daniel Piechowski, "die beiden beherrschen also jeden Handgriff blind". Den Versuch hatte man damals in einem Becken der Therme simuliert, weil Wasser den Bedingungen der Schwerelosigkeit am nächsten kommt.

Seinen Informationen zufolge handele es sich um einen der längsten Außeneinsätze an der ISS. Die Schwierigkeit liege darin, dass die Antenne sehr groß sei. "Sie musste vorübergehend in einer noch leeren Schlafkoje für Astronauten untergebracht werden", berichtet Piechowski.

Wie läuft die Montage ab?

Die beiden Astronauten sind während des Einsatzes ständig mit dem Kontrollzentrum in Moskau verbunden. Von dort können die Ingenieure, die die Antenne entwickelten, sie direkt beraten, etwa, wenn es um die Verkabelung der Antenne geht. Auch der wissenschaftliche Projektleiter Martin Wikelski ist in Moskau. "Es ist sehr einzigartig, dass ein solches deutsches Projekt auf der ISS ungesetzt wird", sagt Piechowski.

Wo kann man den Weltraumspaziergang beobachten?

Die Nasa zeigt Bilder von der heutigen Aktion ab etwa 17.15 Uhr in folgendem Youtube-Stream:

Beide Astronauten sind mit Helmkameras ausgestattet, so dass man sehen kann, was sie selbst beim Anbringen und Verkabeln der Antenne sehen.