Ein weiteres Mal bleibt das Friedrich-Hecker-Gymnasium der Tradition, die sich in den letzten Jahren etabliert hat, treu: Wieder hat der Abiturjahrgang sehr erfolgreich abgeschlossen. Die 89 Absolventen dürften mit ihrem Notendurchschnitt von 2,2 über dem Landesdurchschnitt liegen. Über ein Drittel von ihnen kann sich über eine 1 vor dem Komma freuen. Drei Schülerinnen gelang ein Abschluss mit einer 1,1.

In diesem Jahr war bei der feierlichen Zeugnisübergabe in der Aula des Gymnasiums auch die Temperatur angenehm. Das lag nicht nur daran, dass die Aula seit Kurzem verdunkelt werden kann, sondern auch am kühleren, regenreichen Nachmittag. Die meisten der Abiturienten entsprachen dem Wunsch der Schule, die um festliche Kleidung gebeten hatte. Klassisch elegant in dunklen Farben, aber auch in helleren Farben gewandet, betraten die jungen Leute das Podest in der Aula. Was sie vereinte, war das strahlende Lächeln, mit dem sie ihre Zeugnisse von Schulleiterin Ulrike Heller und deren Stellvertreter Marc Bornmann entgegennahmen. Zumindest die meisten. Denn einige der Zeugnismappen waren leer. Ulrike Heller erklärte das zum Amüsement der Zuhörer folgendermaßen: "Wer seine Bücher noch nicht abgegeben hat, bekommt sein Zeugnis erst, wenn er diese letzte Pflicht in der Schule geleistet hat."

Davon abgesehen war die Rektorin jedoch völlig einverstanden mit der Leistung des Jahrgangs. Auf das beeindruckende Ergebnis sei die gesamte Schulgemeinschaft stolz. Mit einer Geschichte des griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis veranschaulichte sie, die Schüler hätten die Fähigkeit erlangt, komplexe Vorgänge zu durchdenken. Nun könnten sie "gelassen in die Welt entlassen werden". Vielleicht würde der eine oder andere in der Zukunft tatsächlich "legendary" – denn so lautete das Abi-Motto in diesem Jahr. Dann könne er sich gerne nochmals in der Wirkstätte zeigen, in der er die Grundlagen für seinen Ruhm erwarb. Des Weiteren ging Hellers Dank an die Lehrer, die die Absolventen in den zurückliegenden acht Jahren bis zu ihrem erfolgreichen Abschluss begleitet hatten.

Der Elternpreis ging in diesem Jahr an die gesamte Jahrgangsstufe, weil sie sich außergewöhnlich kollegial verhalten habe. Malin Schulz (Mitte) nahm ihn stellvertretend für alle Abiturienten von Stefan Hellbardt (Elternbeirat) und Schulleiterin Ulrike Heller entgegen.
Der Elternpreis ging in diesem Jahr an die gesamte Jahrgangsstufe, weil sie sich außergewöhnlich kollegial verhalten habe. Malin Schulz (Mitte) nahm ihn stellvertretend für alle Abiturienten von Stefan Hellbardt (Elternbeirat) und Schulleiterin Ulrike Heller entgegen. | Bild: Natalie Reiser

Für eine Leistung allerdings erhielten alle Abiturienten bereits zu ihrem Schulabschluss eine besondere Auszeichnung. Zum ersten Mal habe der Elternbeirat entschieden, den Elternpreis für außergewöhnliches Engagement in der Schulgemeinschaft nicht einer Einzelperson, sondern der ganzen Stufe zu verleihen, erklärte Stefan Hellbardt vom Elternbeirat. Der gesamte Jahrgang sei sehr kollegial aufgetreten. Weil ein Gruppengedanke manchmal mehr bringe als Einzelkämpfertum, entschied das Gremium der Eltern, sich mit einer Finanzspritze am Abschlussball zu beteiligen.

Dass auch freiwillige Unterrichtsangebote am Hecker-Gymnasium von vielen Schülern mit Freude angenommen werden, unterstrich das musikalische Rahmenprogramm. Die Bühne füllte sich, als das Orchester unter der Leitung von Anne Heydt Aufstellung nahm, um das "legendäre" Abimotto mit der Titelmelodie von James Bond zu untermalen. Und der von Katharina Pfütz geleitete Mittel- und Oberstufenchor sorgte mit einem mehrstimmigen A-Cappella-Stück für Stimmung. Abschließend präsentierten die Schülerinnen Jana Morgenstern am Violoncello und Abigail Serebrjanskaja am Klavier gefühlvoll einen Tango von Astor Piazzolla, mit dem sie in diesem Jahr einen dritten Preis beim Wettbewerb "Jugend musiziert" errungen haben. Damit wurden die Abiturienten aus der Schule entlassen, um am Abend im Milchwerk ihren Erfolg zu feiern.