Das Andrucksfest in der Druckerei Zabel für die gut abgängige Narrenzeitung de Kappedeschle genießt das Prädikat "entspanntes Format". Die Musiker der Holzhauer stellen sich am Eingang auf und spielen auf Stichwort von Holzer Peter Zabel das ein oder andere Stück. Als Chef der Druckerei ist Zabel damit beschäftigt, mit dem Titelblatt bedruckte Kacheln – "oder sagt man Fliesen?" – an verdiente Helfer unters Narrizella-Volk zu verteilen.

Präsident Martin Schäuble erwähnt, was bei diesem Anlass gesagt werden muss: "De Kappedeschle gehört zu unseren drei wichtigsten finanziellen Säulen." Die anderen Einnahmequellen der Radolfzeller Zunft sind Narrenspiegel und die Mitgliedsbeiträge. Auch diese beiden Säulen stimmen den Präsidenten froh: "Der Narrenspiegel 2018 war sehr intensiv." Und die Mitglieder seien brav, zahlen ihre Beiträge und seien immer noch viele: "Die Narrizella hat nicht mit Nachwuchssorgen zu kämpfen."

Stimmt nicht ganz, einer kämpft schon ein bisschen. Lothar Rapp, für Redaktion und Gestaltung der Narrenzeitung verantwortlich, kämpft damit, ob er im nächsten Jahr nach 50 Jahren Narrenzeitung wirklich mit diesem Job aufhören soll. So hat er es auf Seite drei des Kappedeschle angekündigt. Er sei dann 70 Jahre alt. Mit Blick auf Schäuble kündigt Rapp auf Radolfzellerisch an: "Denn schwätzed mir no emol."

Mit der 50. Ausgabe hat Rapp dem im vergangenen Jahr verstorbenen Klepperle-Vater Gustl Dieterle nachträglich ein Denkmal gesetzt. Ein Gemälde des Schlegelebeck vom Hemdglonker ziert die Titelseite des Kappedeschle. Darauf ein beidhändig kleppernder Gustl Dieterle, der den Umzug anführt. Dieterle ist eine Legende in Radolfzell, er hatte vielen Kindern das Kleppern beigebracht.

Dem nun 30 Jahre andauernden Erfolg der Seefunkgruppe im Narrenspiegel ist Brigitte Robers auf den Grund gegangen. Ihr Befund "Sauguet!" steht am Anfang und Ende des Textes, auch zu den gelungenen Bildern kann man nur sagen: Saugut.