Seit Jahren wünschen sich der Ortschaftsrat von Güttingen und die Gemeinschaft der ortsansässigen Vereine die Sanierung der Gemeindescheune in der Ortsmitte. Das Gebäude aus dem Jahr 1751 soll zumindest so saniert werden, dass es weiterhin erhalten wird und nach Möglichkeit auch von den Bürgern genutzt werden kann.

Pläne für eine solche Sanierung und einen Umbau wurden erstmals kürzlich im Gemeinderat vorgestellt. Denn auch wenn der Wunsch dazu schon lange besteht, wurde die Idee bisher nicht weiter verfolgt. Nachdem der vormalige Oberbürgermeister Jörg Schmidt sich nur wenig für das Vorhaben begeistern konnte, blieb es beim Wunschdenken des Ortschaftsrates. Im Jahr 2010 ließ ein Privatmann aus Güttingen zumindest einmal eine Kostenschätzung von Fachleuten aufstellen. Sie ging damals von reinen Erhaltungskosten für das Gebäude in Höhe von 76 000 Euro aus.

Die aktuell vorgestellte Planung geht weiter über die alten Pläne hinaus. Sie sieht nicht nur eine aufwendige Instandsetzung der Scheune vor, sondern würde eine echte Nutzbarmachung für die Vereine des Radolfzeller Ortsteiles bedeuten. Für Ortsvorsteher Thomas Will bietet die Räumlichkeit zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten, wie er bei einem Ortstermin mit dem SÜDKURIER ausführte: „Hier könnte man an zentraler Stelle unter anderem Feste in einem schönen Rahmen feiern. Für größere Anlässe haben wir die Buchenseehalle“, sagte er.

Der Innenbereich der Gemeindescheune. Hier könnte ein Raum für kleinere Veranstaltungen der Güttinger Vereine geschaffen werden.
Der Innenbereich der Gemeindescheune. Hier könnte ein Raum für kleinere Veranstaltungen der Güttinger Vereine geschaffen werden. | Bild: Jarausch, Gerald

Dazu müsste die Scheune aber aufwendig saniert und umgebaut werden. Die jetzt vorgestellten Pläne sehen im Erdgeschoss einen 68 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum vor. Ferner würden dort eine Küche und eine Garderobe Platz finden. Das Zwischengeschoss mit den Toiletten und das Dachgeschoss würden über eine Treppe und einen Plattformlift erschlossen. Letzterer stellt die günstigere Alternative zu einem Aufzug dar. Das Obergeschoss wäre dem Narrenverein vorbehalten. Hier könnte der Verein unterkommen, der derzeit keine Räume besitzt. Ferner würde aus dem Kaltgebäude ein Warmgebäude mit einer Gas-Brennwert-Heizung werden, das so problemlos ganzjährig nutzbar wäre.

Eigenleistungen im Gegenwert von 55 000 Euro

Die Gesamtkosten für die Maßnahme wurden im Gemeinderat jetzt mit 1 067 000 Euro angegeben. Bei einer Kostensteigerung von rund fünf Prozent und einem Puffer von 40 000 Euro käme man bei einem Baubeginn im Jahr 2021 auf rund 1,2 Millionen Euro. Grundsätzlich wollen sich die Güttinger Vereine an dem Umbau beteiligen, wie Thomas Will sagt. „Die Eigenleistungen entsprechen rund 55 000 Euro, aber das schaffen unsere Vereine“, ist er sich sicher.

Der Gemeinderat hat das Vorhaben am 24. Juli positiv beschieden. Mit 22 zu einer Stimme gab man den Auftrag, das Vorhaben weiter zu verfolgen. Allerdings gab das Gremium die Zustimmung unter dem Vorbehalt, dass die Maßnahme durch Mittel aus dem Förderprogramm für den ländlichen Raum gefördert wird. Um diese zu bekommen, muss man sich in der Verwaltung nun zeitlich ins Zeug legen. Denn die Frist dazu läuft am 31. August ab, wie Thomas Will erläutert. Die Entscheidung im Ministerium fällt dann im April/Mai 2019. Mit den konkreten Planungen und der Auftragsvergabe könnte nach seiner Vorstellung bereits im Jahr 2020 begonnen werden. Die Baumaßnahme würde 2012 beginnen, sodass die fertige Gemeindescheune im Jahr 2022 eingeweiht werden könnte.

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