Auf Einladung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) kam Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag Baden-Württemberg, nach Möggingen. An dem Treffen nahmen ebenfalls Parteikollegen, die Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger und Siegfried Lehmann teil. Im Geschäftssitz und während eines Spaziergangs entlang des Mindelsees informierten Mitarbeiter des BUND über ihre Bemühungen, die artenreiche Landschaft rund um den See zu erhalten.

Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND, empfing die Gäste im Ausstellungsraum der Hauptgeschäftsstelle, „der Wiege des BUND„. In dem Fachwerkhaus in der Mitte des Ortes lebte der Ornithologe Gerhard Thielcke mit seiner Familie. Er gründete mehrere Umweltschutzorganisationen, unter anderem den BUND. Seit 47 Jahren ist dieser vor Ort tätig. Kai-Steffen Frank, Projektleiter für Schutzgebietsbetreuung, führte aus, der seit 15 000 Jahren eisfreie See sei von Schilfflächen, Streuwiesen, Trockenrasen, Niedermoorbereichen und naturnahen Laub- und Nadelwäldern umgeben. Die Verschiedenartigkeit der Landschaft böte Nischen für eine extrem hohe Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Dazu gehörten vom Aussterben bedrohte Arten wie der Falter Dunkler Moorbläuling oder die Moorente.

Landes-Sonderprogramm zur Stärkung der Biodiversität

Andreas Schwarz wertete die Bemühungen um den Umweltschutz am Mindelsee als Erfolgsgeschichte. Biodiversität und Klimaschutz seien ernst zu nehmende Themen, denen die Grünen sich verschrieben hätten. 2017 hat die grün geführte Landesregierung ein Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt auf den Weg gebracht. Für die Jahre 2020/2021 sei ein weiteres Sonderprogramm mit einer Fördersumme von 30 Millionen Euro für den Erhalt der Artenvielfalt in Planung, so Schwarz. Während des Rundgangs fragte der Politiker Studierende, die für den BUND arbeiten, wie sie die Wissensvermittlung über biologische Arten an den Universitäten einschätzen. Julia Gläßner meinte, Artenkenntnis werde an den Universitäten nur rudimentär vermittelt, und Max Roth fügte hinzu, er habe vor allem während seiner Tätigkeit für den BUND viel über Tiere und Pflanzen gelernt.

Wissen um die biologische Vielfalt soll weitergegeben werden

Damit das Wissen um die biologische Vielfalt am Mindelsee auch an Besucher, Schulklassen, Einheimische und Touristen didaktisch zeitgemäß weitergegeben werden kann, sollen die in die Jahre gekommenen Ausstellungsräume renoviert werden, erklärte Ralf Storz, Geschäftsführer des BUND. Verena Medinger, Schutzgebietsbetreuerin und federführend für die Konzeption der neuen Ausstellung, möchte zu einem die außergewöhnliche Artenvielfalt darstellen als auch erreichen, dass Besucher den Impuls mitnehmen, sich in ihrem eigenen Umfeld für den Naturschutz einzusetzen. Beispielsweise, indem Rasenflächen durch Blumenwiesen aufgelockert werden.

Geplant ist zudem eine kleine Gastronomie. Die Kosten für die Umbaumaßnahmen gab Stolz mit 350 000 Euro an. Von der Stiftung Naturschutzfond habe der BUND eine Förderung in Höhe von 150 000 Euro erhalten. Mit der Fertigstellung sei im Frühjahr 2021 zu rechnen.