Mehrere Dutzend Feuerwehreinsatzkräfte haben am Dienstagabend einen Großbrand in einer der Hallen des Entsorgungsbetriebs Riester in der Radolfzeller Gewerbestraße bekämpft. Eine riesige Rauchwolke, die über dem Gebäude aufstieg, zog über die ganze Stadt. Die Flammen brachen aus, als in der Entsorgungsfirma bereits Feierabend war. Nachbarn, die Familie Werner, verständigten die Feuerwehr und die Besitzer. "Der Hund ist unruhig geworden, meine Mutter ist in den Garten raus und hat den Rauch gesehen", erzählte der erwachsene Sohn. Geschäftsführerin Romina Riester, die gemeinsam mit ihrem Vater Harald und ihrer Tante Ulrike zur Halle kam, sagte: "Ein Glück, dass niemand mehr drin war." Die Riesters sind den Nachbarn für ihre schnelle Reaktion dankbar.

"Die Halle stand innen in Vollbrand, als wir ankamen", erklärte der Radolfzeller Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Helmut Richter. Die Alarm sei um 18.24 Uhr eingegangen, die ersten Einsatzkräfte seien fünf Minuten später vor Ort gewesen. In dem Lagergebäude seien eine Papierpresse mit Altpapier und Kartonagen und Restmüll mit Kunststoffen gewesen. Die Einsatzkräfte gingen die Löschmaßnahmen von mehreren Seiten an. "Wir kommen gut von allen Seiten dran, aber das Problem ist, dass es Haufen an Brandgut gibt", sagte er während des Einsatzes. An der Gebäudefront zur Straße hin standen zwei Drehleiterfahrzeuge, über die die Feuerwehrleute durch die geschmolzenen Lichtelemente hindurch löschten. Auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite bekämpften weitere Trupps die Flammen durch zwei Tore. Mitarbeiter der Stadtwerke stellten den Strom und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach ab und sorgten dafür, dass den Löschzügen genug Wasser zur Verfügung stand. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die Nacht hinein.
Trotz der ausgebrannten Halle geht die Arbeit bei der Firma Riester am heutigen Mittwoch weitgehend normal weiter. "Wir sind platz- und raummäßig so aufgestellt, dass der Betrieb weiterlaufen kann", sagte Ulrike Riester. Es müsse nur etwas umstrukturiert werden. Die Halle darf vorerst nicht betreten werden. Zum einen beginnen die Ermittler der Polizei mit ihren Untersuchungen zur Brandursache, wie der Einsatzleiter der Polizei vor Ort erklärte. Zum anderen muss die Versicherung des Schaden aufnehmen.

 

Der Einsatz

Beim Großbrand im Gewerbegebiet waren Feuerwehrabteilungen aus Radolfzell, Güttingen, Liggeringen, Stahringen, Markelfingen und Singen im Einsatz. Der Löschzug aus Singen brachte ein Fahrzeug mit einer Drehleiter mit, so dass zwei vor Ort waren. Polizeistreifen warnten Passanten und Autofahrer auf der Brücke über den Bahngleisen vor der Rauchentwicklung, nicht stehenzubleiben. Im Lauf der Löscharbeiten habe es schließlich mehr Wasserdampf als Rauch gegeben, wie Einsatzleiter Helmut Richter erklärte. Es roch aber noch intensiv nach Brand und es wurde geraten, die Fenster geschlossen zu halten. (löf)