Sie ist eine Einrichtung, die als Idee ebenso wie beim praktischen Nutzen auch knapp 40 Jahre nach ihrer Gründung noch frisch-lebendig erscheint: Die Rede ist von der Radolfzeller Kinderwohnung in der Schlesierstraße 20, die seit 1977 in Trägerschaft des Diakonischen Werks betrieben wird. Der in der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Bildung, Soziales und Sicherheit vorgestellte Sachstandsbericht diente nicht zuletzt dazu, den Wert der Kinderwohnung neben Betreuungseinrichtungen wie Horten, Kindergärten oder Ganztagesschulen zu verdeutlichen.

Das zeigt sich an den Zahlen. Ausgerichtet ist die Kinderwohnung für maximal 20 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 14 Jahren, aktuell liegen 31 Anmeldungen vor. Was Eltern und Kinder besonders schätzen, ist die offene Struktur: Die Kinderwohnung ist von Montag bis Donnerstag zwischen 13 und 18 sowie freitags von 13 bis 17 Uhr geöffnet, wobei die Kinder und Jugendlichen im Prinzip kommen und gehen können, wann sie wollen. Doch offensichtlich kommen sie gerne und nutzen die Angebote wie die Hausaufgabenbetreuung oder die Sprachförderung. Die Betreuerinnen (planerisch ist die Kinderwohnung mit 1,7 Stellen ausgestattet) stehen dabei in Kontakt mit den Eltern und Schulen. Die Stadträte schätzen die Hilfsangebote für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, wobei einige der Lokalpolitiker sich offensichtlich regelmäßig persönlich ein Bild von der speziellen Jugendarbeit machen. Martina Gleich (CDU) sprach von einem Wohlfühlort für die Kinder und Susann Göhler-Krekosch (SPD) kann sich den Ausbau einer Kinderwohnungsstruktur in Radolfzell vor dem Hintergrund der Zuwanderung von Flüchtlingen gut vorstellen.

Die weitere Unterstützung der Kinderwohnung in Form eines städtischen Zuschusses von 34 035 Euro pro Jahr war damit reine Formsache. Den Rest der Kosten tragen der Landkreis mit 43 600 Euro sowie die Diakonie mit 25 360 Euro.