In der von Susanne Pantel als Vorsitzende des GEB Kita eingereichten Stellungnahme heißt es: "Der Gesamtelternbeirat Kindertageseinrichtungen der Stadt Radolfzell begrüßt eine Neuordnung der Kernzeitenbetreuung." Die GEB Kita habe die Interessen der Eltern des Horts Villa Finckh und die Eltern der Grundschulkinder, die im Kinderhaus Bullerbü in Möggingen betreut sind, vertreten. Den Horteltern sei für die Zeit nach der Schließung ein vergleichbares Betreuungsangebot zugesichert worden.

"Daher vertreten wir als GEB Kita bei diesem Schulthema unsere Position. Kernzeitenbetreuung ist Kinderbetreuung und damit ein Bildungsangebot", heißt es in der Stellungnahme. Die Stadt Radolfzell habe die Kinderbetreuung im Vorschulbereich, also Krippen und Kindergärten, in den letzten Jahren rasant ausgebaut. Für diese Bereiche gebe es klare gesetzliche Regelungen, was Qualität und deren Rahmenbedingungen angehe. "Wir Radolfzeller Eltern schätzen die Standards, die für die Kinderbetreuung für Kinder von Null bis sechs Jahren rechtlich gelten: Die Kinder sollen in angemessenen Betreuungsschlüsseln von pädagogischen Fachkräften betreut werden", so der Vorstand des GEB Kita.

Kinderbetreuung ist eben keine „Verwahrung“, sondern ein Bildungsangebot. Leider habe es der Gesetzgeber bisher versäumt, das auch für die Kernzeitenbetreuung festzulegen: "Denn auch für Grundschulkinder ist die Zeit nach dem Unterricht Bildungszeit und eben keine einfache Verwahrung und Beaufsichtigung", so die Ansicht der GEB Kita.

Die Stadt Radolfzell habe mit dem Betreuungsschlüssel (zwei Betreuer auf 20 Kinder) sowie einer Mindestqualifikation den ersten richtigen Schritt Weg getan. "Ziel sollte es aber unserer Meinung nach sein, dass auch bei der Qualifikation der Betreuer und Betreuerinnen eine Gleichwertigkeit zur vorschulischen Kinderbetreuung gegeben ist", so die von Susanne Pantel unterzeichnete Erklärung.

In Krippe und Kindergarten gebe es klare Verfahren, um die Kinder einzugewöhnen. Zwar seien Grundschulkinderdeutlich älter und erfahrener darin, ohne ihre Eltern zurechtzukommen. Doch der Übergang in die Grundschule sei für die Kinder eine aufregende Zeit. Die GEB Kita formuliert deshalb den Wunsch: "Wir wünschen uns qualitativ ausgewiesene Eingewöhnungskonzepte und einen alters- und entwicklungsangemessen gestalteten Übergang vom Kindergarten in Kernzeitenbetreuung und Ferienbetreuung."

Zudem fordert die GEB Kita in der Kindertagesbetreuung eine an das Württemberger Modell angelehnte Staffelung der Beiträge. In der Stellungnahme heißt es: "Eltern brauchen angemessene und sozialverträgliche Beiträge." Im Bereich der Finanzierung der Kindertagesbetreuung habe die Stadt Radolfzell im Jahr 2014 auf ein einheitliches Gebührenmodell nach dem Württemberger Modell umgestellt. "Eine solche Staffelung nach der Zahl der Geschwisterim Haushalt wünschen wir uns auch für die Kernzeitenbetreuung." Die GEB-Kita begrüßt dann eine Vereinheitlichung der Beiträge, weg von der Staffelung nach Einkommen, "wenn die Kosten im niedrigen Bereich angesiedelt sind". Abschließend heißt es in der Erklärung: "Familienfreundlichkeit und zeitgemäße Strukturen sind eine Investition in die Zukunft ."