Mit viel Engagement, Spaß und musikalischer Unterhaltung brachten zwölf Radolfzeller Gruppen auf dem Gerberplatz ihre Ideen für ein nachhaltiges Leben in ihr erstes Fest ein. Ohne erhobenen Zeigefinger und mit kreativen Beispielen konnten sich die Besucher über eine Umorientierung ihres eigenen Lebensstils informieren. Die Standbetreiber ließen die Bürger an ihrem Leben teilhaben. Dadurch bekam das abstrakte Thema Nachhaltigkeit ein sehr menschliches Gesicht.

Mitglieder der Foodsharing-Gruppe retteten Lebensmittel vor der Mülltonne und verteilten sie an die Besucher. Rund 40 Kleidungsstücke wechselten am Stand des Café Connect den Besitzer. Barbara Baumann präsentierte, was man aus alten Textilien zaubern kann, und ein Workshop zeigte, wie aus Abgenutztem Neues entstehen kann.

Carolina Groß und Celia Stolz setzten sich für die Bewegung Fridays for Future ein und klärten über ihr Bedürfnis nach einer intakten Umwelt auf sowie über die Beweggründe für den monatlichen Streik junger Menschen. Sie zeigten, welche Hinterlassenschaft die jungen Menschen durch unreflektierten Konsum erwartet, und regten zu einem am Bedarf orientierten Verbrauch an.

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Daniela Dietsche brachte zum Fest ein Spiel mit. Beim Weltspiel durften Besucher die Bevölkerungsgröße sowie das Bruttonationaleinkommen und den Verbrauch an Energie auf der Weltkarte bestimmen. Es entstanden Diskussionen, wie die Gelder verteilt sind und wer an Produkten verdient. Am Beispiel Smartphone wurden der Abbau von Ressourcen, die Produktion sowie die Bestimmungsorte festgelegt.

Schnell wurde sichtbar, dass diejenigen, die die Ressourcen einbringen, kaum am Produkt verdienen. Heinrich Holewa kam mit einer Obstpresse auf das Fest. Rund 30 Liter Saft presste er für Besucher zum Mitnehmen. Die Brüder Jona und Laurin halfen eifrig beim Pressen der Obstsäfte mit. Die Jungen schnitten Äpfel, füllten diese in die Presse und den Saft in Glasflaschen.