In seinem Statement begrüßt der Gesamtelternbeirat den Hinweis von Oberbürgermeister Martin Staab, „die wesentlichen Dinge in der richtigen Reihenfolge zu tun". Allerdings kritisieren die Eltern die Aussagen des OB, der frühe Bildung in seiner Haushaltsrede wie keinen anderen Bereich alsKostenfaktor dargestellt habe. So etwa die Aussage, der Anteil der Elternbeiträge läge lediglich bei zehn Prozent der Gesamtkosten und könne „so nicht bleiben". Für die GEB Kita "ist Bildung kein zur Diskussion stehendes Luxusgut, sondern grundlegende Angelegenheit für Radolfzell". Das koste Geld. Es bedürfe einer eigener politischer Weichenstellungen in der Finanz- und Bildungspolitik der Stadt.

Die immer noch ausstehende Grundsatzdiskussion des Gemeinderates könne eine solche Politik fundiertentwickeln. Erst danach sollten nach Meinung des Gesamtelternbeirats strukturelle und ökonomische Neuerungen festgelegt werden. Dieses Vorgehen habe der Gemeinderat in seiner Sitzung am 5. Dezember auch bestätigt, in der eine Gebührenerhöhung ausgesetzt und nochmals eine Grundsatzdiskussion beantragt wurde.

Sich also bei der Suche nach Einsparposten so intensiv auf den Bereich der frühen Bildung zu konzentrieren, wie dies in der Haushaltsrede geschehen sei, ist für den GEB Kita keineswegs zwingend: "Vielmehr zeigt sich, dass Bildungspolitik nicht losgelöst von den anderen Feldern der Kommunalpolitik gesehen werden kann – und insofern sämtliche Themen (und ihre Kosten) zu reflektieren sind, wenn Kita-Gebühren, Schulbausanierungen oder die nachträgliche Anpassung von Bildungsplätzen an den aktuellen Bedarf diskutiert werden", heißt es in der Stellungnahme. Insofern lehne es der Vorstand des Gesamtelternbeirates Kita ab, die Positionen der Kitas gegen die allgemeine Kassenlage der Stadt oder andere soziale Gruppen in der Stadt auszuspielen.