Radolfzell Froschenkapelle feiert fulminanten Fasnachtsauftakt

Die Froschenkapelle hat an Dreikönig ein Fest zu ihrem 50. Geburtstag veranstaltet. Hunderte Narren haben während eines 15-stündigen Programms in Böhringen gefeiert.

Es war schon fast ein fasnächtliches Erdbeben, was die Froschenkapelle Radolfzell mit ihrem Jubiläumsauftakt in der Mehrzweckhalle Böhringen auslöste. Draußen war es bitterkalt, drinnen tobten am Drei-Frosch-Königs-Tag 15 Stunden lang Hunderte fröhlicher Narren bei einem fulminanten Showprogramm, das die besten Fasnachter und Musiken der Region aufbot, darunter die Gastgeber selbst unter Leitung von Tobias Franz.

Aus dem weiten Umkreis und aus den Ortsteilzünften strömten schon eine Stunde vor Beginn die Narren. Die Hannoken, die Altstars der Froschenkapelle, bei denen heute noch zwei Gründungsmitglieder der Froschenmusik mitspielen, überbrückten als Vorband musikalisch höchst kurzweilig das Warten auf den großen Moment, als die Lichter ausgingen und die Aufmerksamkeit auf die eigens gebaute Showtreppe mit rotem Teppich gelenkt wurde. Mit närrisch-feierlichen Klängen zog zunächst der Fanfarenzug der Froschenzunft ein, dann überbrachte Landvogt Manfred Knopf den Jubilaren Glückwünsche und Geschenk der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee.

Unter Begrüßungsapplaus trat Moderator Rainer Vollmer, Kopf der Stimmungsband Papis Pumpels, ins Scheinwerferlicht. Er gewann das Publikum mit mancher Anekdote aus der langjährigen Zusammenarbeit mit den Froschen bei der Konstanzer Fernsehfasnacht.

Kein Jubiläum ohne Historie: Michael Fuchs, Kulturwissenschaftler und Präsident des Fasnachtsmuseums Schloss Langenstein, beleuchtete in seinem Festvortrag informativ-launig allgemein die Geschichte der Fasnachtsmusik und der Instrumente, untermalt mit historischen Bildern, sowie den Werdegang der Froschenkapelle "zu einer der erfolgreichsten Narrenkapellen der Region".

Dann mit unvergleichlicher Mimik ein Wahnsinns-Auftritt von Lothar Bottlang als "Bue vom Land". Ein absoluter Frauenkenner mit nur einem Problem: "Die Frosche hond an jedem Finger "onne", nur i ha konne". Er eroberte mit seinem musikalischen Bekenntnis zu "Nudle mit Soß" die Herzen des Publikums – unbestritten der Höhepunkt des Vormittags. Marlies Riester, Mutter eines Froschenmusikers, gab mit Ihrem Beitrag "Sisch Fasnet i de Metzgerwaid", einen lustigen Einblick in die After-Show-Parties der Musiker. Alfred Heizmann begeisterte als Gratulant mit urigem Wortschwall und feinem Bühnenwitz. Herzerfrischend und musikalisch großartig besangen die Brüder Simon und Gregor Malkmus eine Junggesellennacht, die wichtigste Frau in ihrem Leben – "D'Mamme" – und, warum sie gern Froschen wären (weil Froschen am coolsten sind). Mit einem Auftritt von Astor und Brausch, die das Schweizer Bauchredner-Duo Chliby und Carolin parodierten, ging ein Vormittag zu Ende, der allen in bester Erinnerung bleiben dürfte.

Zur Geschichte der Band

Seit Gründung der Froschenkapelle am 11. November 1967 wurde die Kapelle nur von vier Dirigenten geleitet: Der erste war Heinz Wittke. Von 1969 bis 1983 folgte Erich Straub. Von 1983 bis 2001 dirigierte Dietmar Baumgartner und seit 2001 ist Tobias Franz Dirigent. 

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