Die Radolfzeller Gruppe „Fridays for Future„ hat den Gemeinderat aufgefordert, den Klimanotstand in Radolfzell auszurufen. „Wie in den Städten Konstanz und Singen, auch in Radolfzell auszurufen“, beschreibt Carolina Groß, eine der Initiatorinnen von Fridays for Future, den Rahmen ihrer Forderung in einer Pressemitteilung. Hinter dem Begriff „Klimanotstand“ verberge sich kein wirklicher Notstand, der die Grundsätze der Demokratie aushebeln soll, so die Gruppe. Sie wollen, dass jede Entscheidung des Gemeinderates auf ihre Vereinbarkeit mit dem Klima-, Umwelt- und Artenschutz geprüft werden muss. Niclas Reutter ergänzt: „Wir von Fridays for Future Radolfzell wollen nicht nur Veränderungen auf Bundes- und Länderebene, sondern sehen uns auch in der Verantwortung Änderungen auf Kommunaler Ebene zu bewirken.“

OB soll über Erfolge und Engpässe berichten

Die Jungen Aktivisten von Fridays for Future fordern vom Radolfzeller Gemeinderat in ihrer Resolution, dass er anerkennt, dass alle aktuellen Maßnahmen nicht ausreichen würden, um das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Wörtlich heißt es in der Resolution: „Auf lokaler Ebene fordern wir die Stadt Radolfzell auf, die Klimakrise als solche zu benennen, den Klimanotstand auszurufen und auf allen Ebenen sofort zu handeln.“ Auch wollen die Initiatoren, dass ab sofort bei allen Entscheidungen Lösungen bevorzugt werden, die sich positiv auf das Klima auswirken. Sie wollen, dass der Oberbürgermeister dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit über Erfolge und Engpässe bei der Reduktion der Emissionen berichten muss.

Die Unterstützer der Gruppe

Die Jungen Aktivisten wollen nach eigener Aussage aber dem Gemeinderat einen Handlungsspielraum lassen und nur Handlungsvorschläge wie eine Solarpflicht für Neubauten geben. Niclas Reutter erläutert: „Würden wir vorschreiben, wie gehandelt werden muss, so bräuchten wir keinen Gemeinderat für dieses Thema.“ Die Resolution der Radolfzeller Gruppe Fridays for Future wird laut dieser Pressemitteilung von diesen Verbänden und Einrichtungen unterstützt: Bund für Umwelt und Naturschutz Radolfzell, Naturschutzbund Radolfzell Deutsche Umwelthilfe, Stiftung Euronatur, Energieagentur Kreis Konstanz und Parents for Future Singen/Radolfzell.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit der Resolution haben die jungen Klimaschützer eine weitere Demonstration angekündigt. Am Freitag, 19. Juli, soll im Rahmen der Fridays for Future-Proteste in Radolfzell um 13.30 Uhr eine Demonstration am Milchwerk starten, Ziel ist der Marktplatz.