Ab dem 7. April wird die Seestraße in Radolfzell wieder zu einer Freiluftgalerie. Nachdem die Vorläuferin See(h)straßengalerie 20 Jahre lang von dem Ehepaar Harter betreut und im vorvergangenen Jahr beendet wurde, gibt es ab diesem Frühjahr wieder etwas zu sehen. Künftig sollen großformatige Fotos für eine besondere Atmosphäre in der Seestraße sorgen. Insgesamt 34 verschiedene Motive werden an 17 Stellen über der Straße hängen.

Das könnte Sie auch interessieren

Um geeignete Motive zu finden, hatte die Aktionsgemeinschaft Radolfzell zusammen mit der Stadtmarketing GmbH einen Fotowettbewerb ausgelobt, bei dem Hobbyfotografen ihre schönsten Fotos zum Thema "Stadt, Land, See" bis Mitte Februar einreichen konnten: "Das Motto wurde dabei bewusst offen gehalten, weil wir im ersten Jahr überhaupt nicht einschätzen konnten, wie viele Einsendungen wir bekommen werden", berichtet Stefan Heck vom Arbeitskreis der Aktionsgemeinschaft.

Von der tatsächlichen Anzahl der Einsendung waren die Initiatoren dann selbst überrascht. Rund 150 Fotografen reichten knapp 600 Fotos zu dem Themenkomplex ein. "Die Anzahl und vor allem die Vielfalt der eingesendeten Motive waren beeindruckend. Ich freue mich schon darauf, hochzusehen und die vielen Facetten unserer Stadt und der Region genießen zu können", sagte Heck bei einem Vorstellungstermin.

Abzüge auf Alu in beeindruckender Größe

Schon allein die Größe der Arbeiten dürfte seine Wirkung auf die Betrachter nicht verfehlen. Denn die Fotos werden auf eine witterungsbeständige Aluminiumplatte direkt aufgedruckt und die Maße von 2 auf 1,5 Meter besitzen. "Das macht schon Eindruck", sagte dazu Harald Böhler von der ausführenden Firma Druckplus. Er selbst gehörte zu der Jury, die die Qual der Wahl bei den 600 Einsendungen hatte. In dem Gremium beurteilten neben den Organisatoren Fachleute wie Eugen Kille vom Fotoclub Radolfzell und die Fotografen Peter Kuhnle und Hanse Knödler (K+K Fotodesign) die Bilder.

Dazu wurden diese auf Din-A4-Blättern ausgedruckt und vollkommen unabhängig voneinander begutachtet. Vor allem die Namen der Fotografen sollten bei der Auswahl der schönsten Fotos keine Rolle spielen. Aus diesem Grund sind am Ende tatsächlich mehrere Werke von einzelnen Einsendern in der ersten Auflage von "Aufgehängt und hochgesehen" zu sehen. Offenbar trafen diese Fotografen besonders den Nerv der Jury. Die 34 Motive bilden vielfach den See in verschiedenen Situationen und Lichtstimmungen ab. Blauer Himmel und das Rot von Sonnenuntergängen findet sich mehrfach auf den ausgewählten Werken. Aber auch andere Stimmungen wurden kunstvoll eingefangen und stehen professionellen Fotografien oftmals in Nichts nach.

So sah die See(h)straßengalerie aus, als sie noch von Monika Ley und Peter Harter organisiert wurde. Ab 7. April schmücken 34 Fotografien über den Sommer hinweg die Seestraße. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2017.
So sah die See(h)straßengalerie aus, als sie noch von Monika Ley und Peter Harter organisiert wurde. Ab 7. April schmücken 34 Fotografien über den Sommer hinweg die Seestraße. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2017. | Bild: Kuhnle und Knödler Fotodesign

Auch die technische Bandbreite der Einsendungen war groß. Wenngleich alle eine vorgeschriebene Auflösung einhalten mussten, waren "sogar Fotos, die mit Smartphones gemacht wurden, darunter", wie Harald Böhler berichtete. Sämtliche Gewinner sind übrigens mittlerweile informiert – wer bis jetzt nichts von der Jury gehört hat, befindet sich nicht unter den Auserwählten. Aber bereits im nächsten Jahr besteht die nächste Möglichkeit, als Teilnehmer der Freiluftgalerie dabei zu sein. "Nach Möglichkeit wollen wir das Motto dafür schon im Juni bekannt geben, damit die Fotografen gezielt auf Motivsuche gehen können", führte Stefan Heck dazu aus.

Versteigerung in der Kulturnacht am 2. Oktober

Am Ende kann eine Teilnahme sogar mit einem finanziellen Mehrwert für die Beteiligten ausgehen. Denn die 34 Fotos der Galerie werden im Rahmen der Kulturnacht am 2. Oktober höchstbietend versteigert. Der Erlös wird zwischen dem jeweiligen Fotografen und den Organisatoren aufgeteilt. Als Mindestgebot werden voraussichtlich die Produktionskosten angesetzt.