Einen besonders langen Atem musste die Verwaltung der Stadt Radolfzell in den vergangenen Jahren beim Radweg auf die Mettnau aufbringen. Nach 22 Jahren wurde nun aber der Vollzug des Lückenschlusses an der Strandbadstraße verkündet. Oberbürgermeister Martin Staab und seinem Team ist damit das gelungen, was zwei seiner Vorgänger im Amt nicht geschafft haben. "Sie sind der dritte Oberbürgermeister, der sich daran versucht hat", stellte Gemeinderat Norbert Lumbe (SPD) bei dem Termin vor Ort fest, bei dem sich die Beteiligten, Vertreter der Stadtverwaltung, Stadtratsmitglieder verschiedener Fraktionen und Anwohner einfanden.

Erst jetzt hat man in Gesprächen einen Konsens gefunden

Durch die Unterstützung von Gemeinderäten und der stellvertretenden Leiterin des Dezernats I, Petra Ohmer, wurden die Gespräche mit den Grundstückseigentümern nach einer längeren Pause wieder aufgenommen und eine Lösung gefunden. Grundstückseigentümerin Doris Müller machte "jahrelange Missverständnisse", wie sie es nannte, für die Dauer der Verhandlungen mit der Stadt verantwortlich.

Weg ist 2,50 Meter breit und in beide Richtungen befahrbar

Doch ab sofort sind diese kein Hindernis mehr dafür, dass Radfahrer und Fußgänger den Bereich zwischen dem Wohnmobilstellplatz und dem Mettnaustadion sicher überbrücken können. Der auf 2,50 Meter Breite asphaltierte Weg ist in beide Richtungen befahr- und begehbar. Weil die Strandbadstraße eine Tempo 30-Zone ist, ist die Nutzung für Radfahrer keine Pflicht. "Wir appellieren aber an Radfahrer, den Weg zu ihrer eigenen und der Sicherheit anderer zu nutzen", so Martin Staab.

Infrastruktur soll weiter verbessert werden

Für Radolfzell gehört die Vollendung des 125 Meter langen Teilstückes zu einem Baustein des Radwegenetzes in der Stadt. "Wir sind eine gelebte Umweltstadt und die Mobilität mit dem Rad gehört für uns dazu. Wir müssen die Infrastruktur schaffen", führte der OB weiter aus. Um nicht nur das Wegenetz zu erweitern, sondern auch die bestehenden Radwege zu verbessern, unternimmt die Verwaltung einmal im Jahr mit Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) eine Radtour. "Wir hoffen auf noch mehr Radwege", sagte Martin Staab. Dabei geht man von einer Förderung durch das Land aus. Davon war das letzte Teilstück an der Strandbadstraße nicht betroffen. Für die kurze Strecke musste die Stadt Radolfzell rund 65 000 Euro aufwenden.