Das Forstamt des Landratsamtes Konstanz hat angekündigt, dass es in den kommenden Wochen mehrere Verkehrsbehinderungen durch Forstarbeiten geben wird. Insgesamt sind auf dem Gebiet von Radolfzell drei Maßnahmen notwendig, um die Verkehrssicherheit auf den Straßen oder innerhalb der betroffenen Wälder sicher zu stellen.

50 Buchen werden gefällt

Als Erstes wird von Montag, 2. Dezember, bis Donnerstag, 5. Dezember, die Landesstraße 220 zwischen Güttingen und Liggeringen im Bereich des Bordwaldes für den Verkehr gesperrt. Davon ausgenommen ist der Stadtbus, der wie gewohnt verkehren kann. Auf dem rund einen Kilometer langen Abschnitt sieht sich das Forstamt gezwungen, rund 50 Buchen zu fällen, deren Standsicherheit entlang der Böschung nicht mehr gewährleistet ist.

Bereits im Laufe des Jahres sind dort zwei Buchen ohne erkennbare Vorwarnung auf Teile des Radweges und der Fahrbahn gefallen. Für Revierleiter Gerhard Heizmann ist das dass eigentlich Ungewöhnliche und Beunruhigende. Denn Buchen sind an unsere Klimabreiten angepasst: „Dass die jetzt ohne Vorwarnung und erkennbare Schäden umstürzen, ist schon bedenklich“, sagte er auf einem Vor-Ort-Termin mit dem SÜDKURIER.

Wurzeln wegen Trockenheit abgestorben

Nachuntersuchungen der umgestürzten Bäume hätten ergeben, dass die feinen Wurzeln der Bäume infolge der starken Trockenheit in den vergangenen zwei Sommern abgestorben sind. Zusätzlich sorgt die Rand- und Hanglage der Bäume im Bordwald für eine erhöhte Umsturzgefahr. Die Zweige bilden sich vor allem auf der freien Seite der Bäume aus und sorgen so für ein zusätzliches Ungleichgewicht.

Gesunden Bäumen macht das prinzipiell nichts aus, doch im Forstamt möchte man aus Gründen der Verkehrssicherheit und der Haftbarkeit (siehe Infokasten) kein Risiko eingehen. Gleichwohl möchte man ungern Tabula Rasa machen: „Wir können nicht einfach alle umhauen“, ließ Forstamtsleiter Bernhard Hake wissen.

Eschentriebsterben gefährdet Bäume

Das gilt auch für die anderen beiden Maßnahmen, die ebenfalls für vorübergehende Verkehrsbehinderungen sorgen werden. So wird es an der Landesstraße 226 (von Radolfzell in Richtung Steißlingen) im Bereich des Waldes Schiedelen am Freitag, 6. Dezember, eine Ampel geben, die jeweils für mehrere Minuten den Verkehr aufhalten wird. Hier sind es vor allem Eschen, die der Säge zum Opfer fallen werden.

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Sie sind vom Eschentriebsterben betroffen und damit eine Gefahr für Leib und Leben. Bei den Bäumen können sich völlig unvermittelt Äste aus der Krone lösen und zur Erde fallen. Die Esche ist durch die eingeschleppte Pilzart in ihrer Gesamtheit gefährdet. Im Schiedelen-Wald, der sonst vor allem Eichen und Hainbuchen beherbergt, müssen auch entlang verschiedener Gehwege aus den genannten Gründen einige Eschen gefällt werden. Insgesamt schätzt Revierleiter Gerhard Heizmann die Gesamtzahl auf „unter 20 Bäume“, wie er sagte.

Nur der Stadtbus darf fahren

Zu einer weiteren Sperrung kommt es dann noch von Montag, 9. Dezember, bis Mittwoch, 11. Dezember an der Kreisstraße 6167 zwischen Radolfzell und Möggingen. Dort müssen am Rand des Hirschbrunnwaldes entlang der Straße ebenfalls gefährliche Bäume entfernt werden. Nur der Stadtbus darf die Straße in dieser Zeit nutzen. Allen anderen ist dies untersagt.