Drei Schulen im Landkreis wurden in diesem Jahr für eine gesonderte Förderung der Werner und Erika Messmer-Stiftung ausgewählt: Die Gerhard-Thielcke-Realschule in Radolfzell, die Grundschule Überlingen am Ried und das Nellenburg-Gymnasium in Stockach. Alle drei Schulen werden darin unterstützt, vermehrt digitale Medien im Unterricht einsetzen zu können. Zu der Frage, ob Projekte, die den Ausbau der Informationstechnologie an den Schulen vorsehen, unterstützt werden sollen, habe es vor zwei Jahren heftige Diskussionen innerhalb der Stiftung gegeben, erzählte Vorstandsmitglied Karl Steidle. Seien Computer und Tablets an Schulen wirklich nötig? An dieser Entwicklung komme man nicht vorbei, lautete schließlich die Entscheidung der Stiftung. Die Stadt Radolfzell sei als Schulträger im Hinblick auf die hohen Kosten der Ausrüstung für die Unterstützung durch die Stiftung, sehr dankbar, hob Bürgermeisterin Monika Laule hervor.

Doch ein Projekt, das in diesem Jahr zusätzlich gefördert wird, entspricht ganz den traditionellen Werten der Stiftung. Die Gerhard-Thielcke-Realschule hat in diesem Schuljahr in Zusammenarbeit mit der Musikschule eine Bläserklasse ins Leben gerufen. Zwanzig Schüler erhalten Instrumentalunterricht in der Musikschule. In der Realschule spielen sie unter der Leitung der Musiklehrerin Svenja Stritt zwei Stunden pro Woche zusammen im Orchester. Nun gaben die jungen Bläser ihr Debüt. "Oh, when the saints", gelang ihnen so gut, dass Karl Steidle nach kräftigem Applaus meinte, der verstorbene Werner Messmer hätte die hellste Freude daran gehabt.

Die Bläserklasse soll zwei Jahre gemeinsam spielen. Für die erste Klasse stellt die Musikschule die nötigen Instrumente zur Verfügung. Für die nachrückenden Bläser im nächsten Jahr möchte die Realschule nun einen zweiten Instrumentensatz erwerben.

Auf dem Gebiet der Digitalisierung gehen die drei Bildungseinrichtungen unterschiedliche Wege. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie Schülern sowohl die Chancen als auch die Gefahren digitaler Medien vermitteln wollen. Gabriele Wiedemann, Schulleiterin der Gerhard-Thielcke-Realschule hob hervor, Schüler würden über und mit neuer Technologie lernen. Die Realschule möchte mit den Fördermitteln Dokumentenkameras und Beamer kaufen. Legt man ein Blatt oder eine Buchseite unter eine solche Kamera, kann die entsprechende Seite sofort mit Hilfe des Beamers, eines kleinen Projektors, an die Wand projiziert werden.

In der Grundschule Überlingen am Ried wird in allen vier Klassen mit Tablets gearbeitet. Die Schulleiterin Rosemarie Auerbach zeigte sich sehr überzeugt vom Einsatz der Tablets. Die Kinder würden auf diese Weise mit großer Freude und lang anhaltender Konzentration arbeiten. 85 Lernapps sind derzeit im Einsatz. Sehr wichtig sei den Pädagogen ein sinnvoller Umgang mit den Geräten. Die Lernzeit an den Tablets sei begrenzt und es sei ausschließlich Lehrmaterial zugelassen. Michael Vollmer, Direktor des Nellenburg-Gymnasiums, stellte seine Schule als konventioneller vor. Sein Lehrerkollegium stelle eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Pädagogen und Schülern in den Vordergrund. Nichtsdestotrotz werde auch im Nellenburg-Gymnasium digital gearbeitet. Den Schülern stehen zwei PC-Räume zur Verfügung. Jedoch seien noch nicht alle Klassenzimmer mit einem Internetzugang ausgestattet. Dies soll nun mit den Fördergeldern auf den Weg gebracht werden.


 

Schulförderprojekte

  • Mit 48 000 Euro unterstützt die Werner und Erika Messmer-Stiftung in diesem Jahr vier Schulprojekte. Die Stiftung erwäge, in Zukunft die Schulen mit einer bis zu doppelt so hohen Summe zu unterstützen, sofern mehr Anträge eingereicht werden.
  • Gefördert werden schulische Initiativen, die sich auch an die Öffentlichkeit wenden, wie Theateraufführungen, Forschergruppen oder Umweltaktionen. Auch die Einführung von neuen pädagogischen Methoden, wie in diesem Jahr die Anschaffung von neuen digitalen Medien wird unterstützt.
Informationen im Internet: www.messmer-stiftung.de