Schon wieder ist die Hose zu kurz. Kleidungskauf ist ein jahrelanges Dauerthema in Familien. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, veranstaltet der Familienverband Radolfzell einen großen Kleidermarkt im Milchwerk. Am Samstag, 17. März, ist es wieder soweit.

Bereits im Foyer kann gestöbert werden. Hier stellen Selbstanbieter aus. Im großen Saal des Milchwerks wird das Gros der Waren angeboten. Rund 9000 Artikel kommen auf die Tische und Kleiderstangen. Die 180 Nummern, die der Verband an Verkäufer ausgibt, sind restlos vergriffen. Maximal 50 Stücke kann jede Familie zum Kauf anbieten. Dazu zählen nicht nur Kleidungsstücke, auch Spielzeug und was ein Kind so alles braucht, wie Kinderwagen, Hochstuhl, Laufrad. Im großen Saal des Milchwerks wird alles nach Warengruppen sortiert angeboten. Das bedeutet viel Arbeit für die Organisatoren des Kleidermarkts. Die Anbieter geben ihre Waren um 9 Uhr ab. Dann wird jedes Stück angesehen, bevor es sein Plätzchen im Verkaufsraum bekommt. „Wir wollen ja keinen Ramschmarkt“, sagt Karin Vögele, Vorsitzende des Familienverbands Radolfzell. Was dreckig, kaputt oder auch zu altmodisch ist, wird aussortiert und mit einem entsprechenden Vermerk zurückgegeben, erklärt Schriftführerin Marion Dambacher. Mehr Ware könne aus Zeit- und Platzgründen nicht angenommen werden. Von 8 bis um 19.30 Uhr sind die Helfer im Einsatz. Rund 60 Prozent der Waren werden verkauft, schätzen die Organisatorinnen. Was übrigbleibt, geht an die Anbieter zurück. Zehn Prozent des Erlöses behält der Familienverein ein und spendet ihn an eine karitative Einrichtung in Radolfzell. Ohne die etwa 50 Freiwilligen, die das Kernteam an diesem Tag unterstützen, wäre die Aktion nicht durchzuführen, erklärt Dambacher: „Bei ihnen möchten wir uns herzlich bedanken.“

Schon seit langem kämen nicht mehr nur Familien, die auf günstige Kleidung angewiesen sind, berichtet Susanne Schuhwerk, stellvertretende Vorsitzende des Familienverbands. Auch der ökologische Aspekt spiele für viele Mütter und Väter eine Rolle. Außerdem käme hinzu, dass sich heute viele Großeltern um ihre Enkelkinder kümmern, während die Eltern arbeiten, erzählt Karin Vögele. Da sei es oftmals praktisch, noch ein „Dreirädle“ bei Oma und Opa zu haben und für die Doppelausstattung nicht mehr den Ladenpreis zu bezahlen.

In diesem Frühjahr könnte sich der ohnehin große Besucherandrang noch etwas verstärken. Nachdem die Markolfhalle aufgrund eines Brands in diesem Jahr nicht für Veranstaltungen zur Verfügung steht, musste der Markelfinger Kleidermarkt ausfallen. Als Konkurrenz zu Kleidermärkten in anderen Orten hätte sich der Familienverband niemals gesehen. „Denn alle Mitarbeiterinnen und unsere wenigen 'Quotenmänner' arbeiten ja ehrenamtlich“, erzählt Karin Vögele lachend. Und so wollen die Radolfzeller sich solidarisch mit ihren Nachbarn zeigen. Ein Teil des Erlöses soll an Markelfingen gehen, damit das Partnerschaftsdorf der katholischen Laurentiuskirche im peruanischen Sicuani auch in diesem Jahr unterstützt werden kann.

Der Ablauf

  • Um 9 Uhr können die Waren abgegeben werden. Der Verkauf findet von 14 bis 16 Uhr statt. Schwangere werden um 13.45 Uhr eingelassen.
  • Im Foyer stellen Selbstanbieter aus. Der Familienverband gibt Personen und Organisationen, die mit Kindern arbeiten, wie Tagesmüttern, Kindergärten, die Projekte vorstellen möchten oder Personen, die Kurse für Kinder anbieten, die Möglichkeit, sich an einem Stand zu präsentieren. Einige Plätze sind noch frei. Es werden keine Gebühren erhoben. (rei)
  • Kontakt per E-Mail: familienverband.radolfzell@web.de; Informationen zum Familienverband: www.radolfzell.dfv-bw.de