Kinder sind unsere Zukunft – wer wollte das bestreiten? Der Gesamtelternbeirat der Kindertageseinrichtungen der Stadt Radolfzell – kurz GEB Kita – setzt sich für eine gute Kinderbetreuung ein. In der Vergangenheit habe man in der Regel vornehmlich reagiert, wenn Änderungen bevorstanden. Wenn die Gebühren für die Kitas angehoben werden sollten oder wenn Betreuungsplätze fehlten. Nun will der GEB Kita noch aktiver werden. In Kürze soll dem Gemeinderat eine Zukunftsvision präsentiert werden, in der die Interessenvertretung schildert, welche Bedürfnisse im Rahmen der professionellen Kinderbetreuung vonseiten der Eltern bestehen.

Familien leisteten einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwesen, befanden die berufstätigen Eltern bei der jüngsten Sitzung des GEB Kita im Radolfzeller Rathaus. Familien, deren Elternteile beide arbeiten, bedeuteten zwei Steuerzahler. Berufstätige Alleinerziehende leisten ebenso ihren Betrag für den Fiskus. Familien konsumieren, sie kurbeln die Wirtschaft an und viele von ihnen sind am Vereinsleben der Stadt beteiligt. Aus all diesen Gründen sei es wichtig, die Möglichkeiten der Kinderbetreuung so anzulegen, dass es für Familien attraktiv ist, sich in Radolfzell und den Ortsteilen anzusiedeln. Dazu gehöre eine verlässliche Kinderbetreuung während der Arbeitszeiten.

Derzeit sei das nicht immer gewährleistet, sagte Susanne Pantel, Vorsitzende des GEB Kita. Zwar stünde für alle Kinder ein Betreuungsplatz zur Verfügung. Doch das Angebot entspräche nicht immer den Bedürfnissen der Eltern. Für eine Mutter oder einen Vater, die ganztags arbeiten, komme ein Regelplatz in einem Kindergarten mit Öffnungszeiten bis 13 Uhr und einer Nachmittagsbetreuung zweimal die Woche von 14 Uhr bis 16.30 Uhr nicht in Frage. Aktuell fehlten 20 Krippenplätze und 30 Ganztages-Kindergartenplätze, so Pantel. Entspannung soll der Bau des Montessori-Kinderhauses neben der Sonnenrainschule schaffen. Mit einem Betreuungsbeginn dort könne ab September 2018 gerechnet werden. Das in Böhringen geplante Kinderhaus könne voraussichtlich in den Jahren 2019/2020 seinen Betrieb aufnehmen. Anette Hemmie, Leiterin des Bereichs Kindertagesbetreuung bei der Stadtverwaltung, sagte, an einer Interimslösung werde mit Hochdruck gearbeitet.

 

Gremium und Kontakt

Der Gesamtelternbeirat der Kindertageseinrichtungen der Stadt Radolfzell – kurz GEB Kita – vertritt die Interessen der Eltern in der Öffentlichkeit und gegenüber der Stadtverwaltung. Im Mehrgenerationenhaus organisiert der GEB Kita am Samstag, 13. Mai, einen Spielenachmittag bei Kaffee und Brezeln. Eltern und ihre Kinder, die mit dem GEB Kita Kontakt aufnehmen möchten, können sich in lockeren Gesprächen über die Arbeit der Interessenvertretung informieren. Termindaten: Mehrgenerationenhaus, Tegginger Straße 16, Samstag, 13. Mai, von 14 Uhr bis 17.30 Uhr. Informationen im Internet gibt es unter der folgenden Adresse: www.geb-kita-radolfzell.de (rei)

 

Auch in diesem Jahr werden die Gebühren für die Kindertagesstätten voraussichtlich steigen. Alljährlich empfiehlt der Städte- und Gemeindetag eine Anhebung der Gebühren, die meist zwischen zwei und drei Prozent liege und sich an der Steigerung der Lohnkosten orientiere, erklärte Anette Hemmie. Die Empfehlung des Städte- und Gemeindetags erwarte man ab dem Monat Mai. Dann soll sie im Ausschuss für Bildung, Soziales und Sicherheit diskutiert werden, bevor der Gemeinderat darüber abstimmt. Für einige Eltern war diese Information durchaus ein Anlass zur Sorge, zumal die Gebühren im vergangenen Jahr außergewöhnlich um 6,5 Prozent angehoben wurden.

Die Stadt strebte an, 15 Prozent der Kosten, die für die Kinderbetreuung aufgebracht werden, durch Elternbeiträge zu decken. Dies sei jedoch bislang nicht erreicht, gab Anette Hemmie an.

Ein weiterer Wunsch des GEB Kita betrifft die Kernzeitbetreuung von Grundschülern nach der Schule sowie die Ferienbetreuung. Derzeit gebe es dabei große Unterschiede bei den Beiträgen, weil die Entgelte nach dem Einkommen der Eltern erhoben werden, so Pantel. Der Elternbeirat will sich für einheitliche Beiträge stark machen.