Radolfzell Eltern über Schließung des Horts Villa Finckh besorgt

Bei einer Sitzung des Gesamtelternbeirats der Kindertageseinrichtungen (GEB Kita) wurde der Bedarf an längeren Betreuungszeiten angemeldet. Eine Umfrage soll den tatsächlichen Bedarf ermitteln.

Eine Kinderbetreuung, die es ermöglicht, ihrem Beruf ohne Einschränkungen nachzugehen, ist heutzutage für viele Eltern kein Luxus mehr, sondern eine schlichte Notwendigkeit. Darin sind sich sowohl Alleinerziehende als auch junge Familien einig, die auf zwei Gehälter angewiesen sind. So war bei der jüngsten Sitzung des Gesamtelternbeirats der Kindertageseinrichtungen (GEB Kita) die Schließung des Horts „Villa Finckh“ eines der brisanten Diskussions-Themen.,

Im Dezember 2015 hatte der Gemeinderat beschlossen, dass der Hort in der Villa Finckh ab September 2017 seine Türen schließen soll. Als Gründe für die Entscheidung wurden angeführt, dass die Anmeldezahlen der betreuten Kinder in den letzten Jahren stetig zurückgegangen sei und mit der Einführung einer Ganztagesgrundschule an der Teggingerschule mit noch weniger Anmeldungen zu rechnen sei.

Susanne Pantel, Vorsitzende des GEB Kita, räumt ein, dass bei ihr im vergangenen Herbst keine Reaktionen auf die Ankündigung einer möglichen Hort-Schließung eingegangen seien. Doch nun, zur Zeit der Anmeldungen für die Schul- und Kernzeitenbetreuungen, sei die Bestürzung bei einigen Eltern groß, dass die Möglichkeit einer Betreuung im Hort nicht mehr zur Verfügung steht. Denn es gebe, so Pantel, durchaus Unterschiede in der Betreuung der Kinder in der Einrichtung eines Horts im Vergleich zu den Kernzeiten. In einem Hort werden die Kinder durch ausgebildete Pädagogen oder Erzieher betreut, die mit ihnen Projekte und Ausflüge unternehmen, auch außerschulische Aktivitäten wie Sport oder Musikunterricht sind möglich. Die Betreuungszeiten im Hort (11 bis 18 Uhr unter der Woche und 7.30 bis 17 Uhr in den Schulferien) sind flexibler als in den Kernzeiten, die eine Betreuung bis 17 Uhr vorsehen. Die fehlende Stunde am Abend spiele durchaus eine Rolle, betont Vera Maier-Tragmann, Elternbeirätin im Hort: „Wir brauchen den Hort aufgrund unserer familiären und beruflichen Situation. Wir erwarten ein adäquates bedarfsgerechtes Betreuungsangebot.“ Der GEB Kita möchte nun durch eine Umfrage bei Kindergarten-Eltern den zukünftigen Bedarf an Hort-Plätzen ermitteln, um sich dann eventuell dafür stark zu machen, dass der Hort wieder geöffnet wird.

Für eine längere Diskussion sorgte auch die für September diesen Jahres geplante Erhöhung der Elternentgelte. 14,5 Prozent der etwa 4,1 Millionen Euro, die die Betriebs- und Personalkosten der Kinderbetreuung in den 30 Kindertageseinrichtungen Radolfzells ausmachten, würden von den Eltern getragen, führte Pantel aus. Eine Erhöhung der Elternentgelte (im niedrigsten Fall von 6,5 Prozent) sahen die anwesenden Beiräte mehrheitlich kritisch. Mit Blick auf die von der Stadt getroffene Entscheidung gegen die Erhöhung der Parkgebühren um zehn Cent, sei eine deutlich höhere Belastung von Familien kein Beitrag zu einer kinderfreundlichen Stadt. Zunächst wünschten sich die Anwesenden jedoch mehr Transparenz: In welchen Anteilen die Kosten in anderen Kommunen getragen werden und welchen Anteil die notwendigerweise steigenden Personalkosten im Gesamtkostenanteil ausmachen.


Persönlich anmelden

In den 30 Kindertageseinrichtungen Radolfzells werden aktuell 1175 Kinder betreut. Neue Plätze werden ein halbes Jahr im Voraus vergeben. Ab März können Eltern sich um einen Platz bewerben. Die Betreuung kann im Monat September beginnen. Anmeldungen müssen persönlich vorgenommen werden. Das Vormerksystem der Stadt ist lediglich eine Verwaltungshilfe, um den Bedarf an Betreuungsplätzen feststellen zu können. Um Flüchtlingskinder integrieren zu können, sei eine Überbelegung von zwei Kindern pro Einrichtung geplant, so Pantel. (rei)

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