Der Förderverein Museum und Stadtgeschichte lud die Kuratoren des Ortsmuseum Amriswil zu einem Besuch nach Radolfzell ein. Die Schweizer Partnerstadt-Delegation gewann Einblicke in die heimische Museumskonzeption sowie in die Arbeit des Radolfzeller Fördervereins und des städtischen Archivs.

Bürgermeisterin Monika Laule begrüßte die Delegation im Stadtmuseum und verwies auf die Wichtigkeit städtepartnerschaftlicher Beziehungen. Beide Förderer der je heimischen Geschichte wünschen sich stärkere Kooperationen. Bei dem Besuch ließen sie sich zur Idee einer gemeinsamen Ausstellung anregen.

Ein geschichtliches Ereignis in der Region

Die Kulturfördervereine verfolgen wichtige Aufgaben: „Wir bearbeiten, sammeln und erforschen Geschichten unserer Städte“, so Eugen Fahrni, der Präsident und ehrenamtlicher Betreiber des Amriswiler Ortsmuseum für die Stadt. Er fügt an: „Und es ist unsere Aufgabe, sie entsprechend weiterzugeben.“ Die Verbindung von Amriswil und Radolfzell sei selbst ein geschichtliches Ereignis in der Region, so Fahrni.

Vor 20 Jahren begann die Partnerschaft

Eine Patenschaft verband die Schweizer und deutsche Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg. In den Nachkriegsjahren besuchten Kinder aus Radolfzell einmal im Jahr Amriswiler Familien. Die Gemeinde schickte Lebensmittel, Medikamente und Sanitätsmittel nach Radolfzell. Auch nachdem keine Hilfeleistungen mehr benötigt wurden, pflegten die Gemeinden intensive Kontakte. Zur 1200-Jahr-Feier von Amriswil gingen beide Gemeinden vor 20 Jahren eine Städtepartnerschaft ein.

Vor 15 Jahren kuratierte Amriswil eine Ausstellung über Radolfzell. Als Relikt blieb eine Vitrine zurück, gefüllt mit Bildern und Informationen über die Stadt Radolfzell sowie ein Aluminiumkübel für die Essens- und Suppenausgabe. Diese Vitrine stehe neben der Türe zum Büro des Stadtpräsidenten, so Museumsbetreiber Eugen Fahrni: Jeder Besucher, der vor der Türe des Stadtpräsidenten warte, bekomme somit Informationen über Radolfzell und ihre Verbindung zur Schweizer Partnerstadt.