Herr Jörger, am 14. und 15. April stellen Sie im Milchwerk Ihre „Radolfzeller Stadtgeschichten“ vor. Was erwartet die Besucher?

Ich möchte das Radolfzeller Publikum einladen, mich auf eine multimediale Entdeckungsreise durch ihre Heimat zu begleiten. Viele Menschen denken, dass es überall schöner ist als zu Hause. Sie sehen oft die Dinge nicht, die sich unter den Dächern einer Stadt verbergen. Ich habe im Laufe von 14 Monaten viele Menschen getroffen und mehr von ihnen erfahren, weil sie mir ihre Geschichten mitgeteilt haben. Genau diese Geschichten werde ich weitergeben und dem Publikum auf Leinwand und Bühne erzählen.

Was muss man sich unter einer Multimedia-Reportage vorstellen?

Auf einer Großleinwand zeige ich Filme, die in hoher Qualität gedreht wurden, mit Geschichten über Menschen in Radolfzell. Das Konzept ist aber, dass alles, was auf der Leinwand stattfindet, anschließend auf der Bühne lebendig wird. Das Publikum darf sich auch auf viel Action, Musik und andere Überraschungen freuen. Darüber möchte ich aber jetzt noch nicht zu viel verraten. Nur so viel: Die Zuschauer dürfen sich auf eine unterhaltsame und interessante Multimedia-Show freuen.

Sie holen auch ihre Protagonisten auf die Bühne, was werden die dort machen?

Die Protagonisten müssen auf die Bühne. Eins ist doch klar. Ich komme aus Villingen-Schwenningen und wenn ich jetzt auf die Bühne des Milchwerkes stehe und den Radolfzellern ihre Stadt erkläre, habe ich verloren. Es war schon bei der ersten Produktion in Waldshut-Tiengen klar, dass diesen Teil die teilnehmenden Bürger selbst machen müssen. Ich werde die „Radolfzeller Stadtgeschichten“ nur moderieren und mich möglichst zurücknehmen. Die Teilnehmer werden ihre Geschichten selbst präsentieren. Das kann lediglich ein kurzes Interview sein, aber es wird auch großartige Auftritte auf der Bühne geben.

Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie Ihre Geschichten ausgewählt?

Ich habe Menschen und Geschichten ausgewählt, die nicht regelmäßig in der Öffentlichkeit stehen. Es wird keine Reportage über die grandiose Radolfzeller Fasnacht oder das traditionsreiche Hausherrenfest geben, denn dies wurde alles schon oft erzählt. Als ich angefragt wurde, ob ich Radolfzeller Stadtgeschichten produzieren möchte, ist mir sofort ein Mann aus Radolfzell eingefallen, den ich im Rahmen einer anderen Produktion bereits kennenlernen durfte. Lothar Rapp ist in Radolfzell kein Unbekannter. Er ist sehr mit seiner Heimatstadt verbunden und kennt viele Menschen. Lothar Rapp war für mich so etwas wie ein Türöffner in Radolfzell. Er wird auch gemeinsam mit mir die Show moderieren.

Wie viel Zeit muss der Besucher mitbringen?

Die Show hat zwei Blöcke mit jeweils einer Stunde Spieldauer. Es werden ebenso bekannte Gesichter auf der Bühne zu sehen sein, wie auch völlig unbekannte. Viertklässler der Ratoldusschule präsentieren in ihrer eigenen Nachrichtensendung „Radolfzell aktuell“ selbst recherchierte Reportagen. Wir blicken unter anderem hinter die Kulissen von zwei Höhepunkten des Stadtjubiläums und lernen die Macher von Dox-City oder den Kopf hinter dem Mögginger Schachspektakel kennen. Nach dem Show-Wochenende hat Radolfzell eine eigene Hymne. Die Band Remember hat den Song geschrieben und mit mir ein Musikvideo dazu gedreht. Ich möchte jetzt aber nicht nicht zu viel erzählen. Insgesamt werden über 100 Protagonisten auf Leinwand und Bühne beteiligt sein.

In wie vielen Städten haben Sie Ihr Format bereits umgesetzt?

Ich habe seit 2010 insgesamt 28 Multimedia-Reportagen für Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen, St. Georgen, Pfullendorf, Furtwangen, Schönwald und Schonach produziert. Überall gab oder gibt es es über mehrere Jahre hinweg jährliche Wiederholungen mit immer neuen Produktionen. Das sind in Zahlen: über 35 000 Zuschauer und 2000 Protagonisten.

Wie unterscheidet sich Radolfzell etwa von Städten wie Waldshut oder Bad Säckingen?

Radolfzell ist ein extrem quirliges Pflaster. Das habe ich, der die Stadt lange Zeit nur als Besucher kannte, bisher verkannt. Während meiner Arbeit habe ich die Stadt wirklich lieben gelernt. Die Menschen hier sind sehr engagiert, überaus kooperativ und unkompliziert in der Zusammenarbeit. Dank dieser Bereitschaft und dem außergewöhnlichen Engagement der Teilnehmer in dieser Stadt konnte ich die Produktion für die Radolfzeller Stadtgeschichten fast sechs Wochen früher abschließen.

Was wünschen Sie sich, was die Besucher nach dem Besuch der Radolfzeller Stadtgeschichten über die Vorstellung sagen?

Es ist natürlich für einen Kameramann schön, wenn dem Publikum die Filme gefallen. Das größte Kompliment sind aber Sätze wie: „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas bei uns gibt“ oder „Hast Du gewusst, dass der das macht“. Schön ist, wenn ich feststelle, dass es gelungen ist, die Bürger auf eine Entdeckungsreise durch ihre Stadt zu schicken.

Fragen: Georg Becker

 

Karten für das Milchwerk

  • Zur Person: Rainer Jörger ist 61 Jahre alt, verheiratet und seit über dreißig Jahren im Geschäft. Er hat die Agentur Jörger Media 1990 gegründet. Zuvor arbeitete der Bildreporter zehn Jahre als Freiberufler für Agenturen, Magazine und Zeitungen. Heute produziert der Journalist, Fotograf und Kameramann, Dokumentarfilme und Multimedia-Reportagen.
  • Vorverkauf: Die Multimedia-Reportage „Radolfzeller Stadtgeschichten“ wird am Samstag, 14. April, 19 Uhr, und Sonntag, 15. April, 16 Uhr im Milchwerk gezeigt. Tickets gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Info Radolfzell und kosten je nach Kategorie 14 Euro, 12 Euro, oder zehn Euro.
  • Verlosung: Der SÜDKURIER verlost für die Sonntagsvorstellung am 15. April um 16 Uhr im Milchwerk acht mal zwei Eintrittskarten. Unter (0 13 79) 37 050 078 kann man bis Donnerstag, 5. April, bis 12 Uhr seinen Namen und seine Adresse unter dem Lösungswort "Stadtgeschichten" angeben (der Anruf kostet 0,50 Euro aus dem Festnetz der Telekom). Bis zu den Osterferien werden Protagonisten der Radolfzeller Stadtgeschichten in loser Folge vorgestellt und wir weisen immer wieder auf die Verlosung hin. Die Karten werden für die Gewinner an der Abendkasse hinterlegt.