Sie schützen die Stadt vor Katastrophen und retten Menschen aus Lebensgefahr. Sie beraten Angehörige von Pflegebedürftigen oder helfen sich selbst im Umgang mit ihrer Krankheit. Sie gehen gemeinsam wandern, treiben Sport. Mehr als 10.000 Bürger bringen sich als Vereinsmitglied in Radolfzell ein und engagieren sich im Ehrenamt.

46 Organisationen und Vereine stellen sich am Samstag, den 23. Juni auf der ersten Ehrenamtsmesse im Milchwerk vor. "Jeder Aussteller präsentiert etwas Besonderes, wobei die Besucher direkt mitmachen können", sagt Evelyn Lustig als städtische Beauftragte für das bürgerschaftliche Engagement: "Insgesamt sollen so 46 verschiedene Attraktionen die Messe beleben."

Vereine mit vielen kreativen Ideen

Die Messe findet im großen Saal und im Foyer des Milchwerkes statt. Evelyn Lustig zeigt sich angerührt, mit welcher Kreativität die Vereine an die Messe heran gehen. Die DLRG ist auf dem Hof mit einer Hundestaffel vertreten. Das Technische Hilfswerk ist mit ihren Fahrzeugen anwesend. An einem Dummy kann der Messebesucher die Tierrettung üben.

Der Fotoklub zeigt, wie Bildbearbeitung funktioniert und die Kulissenschieber bringen Modelle für Bühnenbilder mit. Der Flugsportverein Radolfzell kommt mit einem Segelflugzeug mit 15 Metern Spannweite auf die Bühne des Milchwerks. Der Wassersportclub Wäschbruck stellt ein Segelboot mit einem Mast von sechs Metern Höhe mitten in den großen Saal. Und der BSV Nordstern baut eine Sportlandschaft für Kinder auf.

Mit einer Selfie-Foto-Box können Besucher Momente der Messe als Foto festhalten, die sie sich ausdrucken lassen. Die Besucher der Messe stimmen über den kreativsten Stand ab und entscheiden so, welche Organisation den Hauptpreis von 500 Euro gewinnt, sagt Evelyn Lustig. Der Eintritt zur Messe ist frei.

Vernetzung soll künftig besser werden

Auf der Messe sind Organisationen für den Sport und die Kultur, für Tiere und Umwelt sowie Gesundheit und Soziales vertreten. "Die Idee zur Messe kam von den Vereinen selbst", so die Beauftragte für bürgerschaftliches Engagement. "Wir haben die Erkenntnis gewonnen, dass die Vernetzung zwischen Vereinen und Organisationen mit der Stadt besser ausgebaut werden muss, um das Ehrenamt zu fördern", sagt Monika Laule, Bürgermeisterin für Soziales: Engagement sei wichtig für das Gemeinwohl und stärke den Zusammenhalt zwischen den Bürgern und den Vereinen. Die Messe diene zur Vernetzung der Vereine untereinander, zu den Bürgern und zur Stadtverwaltung. 1062 Radolfzeller sind in ihren Vereinen engagiert, so das Ergebnis einer Vereinsbefragung.

Was die Stadt für Vereine tun kann – und was Vereine belastet

Wer einen Verein gründen möchte, kann sich bei 46 Ausstellern informieren. Die Realität ist nicht immer rosig: Vereinsvorstände kämpfen mit Nachwuchsmangel, werden mit Verordnungen belegt oder es werden ihnen juristische Hürden in den Weg gestellt. Die Landtagsabgeordneten, Nese Erikli und Jürgen Keck, kündigten sich für die Messe an.

Die Verwaltung könne Vorträge zum Vereinsrecht und, in Kooperation mit der Volkshochschule, Kurse für Vereinsmitglieder organisieren, die in Vorstandspositionen sind, sagt Monika Laule. Die VHS biete für Vereine Kurse zu Finanzen und Recht und eine Ausbildung zum Datenmanager. Die Stadt übernehme teilweise die Kosten.