Für den Beschluss im Gemeinderat, das weitere Vorgehen in Sachen Gasanschluss für das Seebad vor Ort zu entscheiden, waren stolze 65 Minuten im Gremium nötig gewesen. Der eigentliche Termin des Arbeitskreises Bäder samt den zuständigen Architekten im Seebad selbst, der am Dienstagnachmittag stattfand, war binnen einer halben Stunde beendet. Wie Oberbürgermeister Martin Staab auf Nachfrage des SÜDKURIERS verriet, war die Entscheidung nach exakt 24 Minuten gefallen: Auf eine nachträgliche Installation eines Gasanschlusses für den Gastronomiebereich wird im Seebad verzichtet. Dies bestätigte die städtische Pressestelle am Mittwoch.

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Das Ergebnis des Treffens fiel einstimmig aus. Nach Einschätzung der anwesenden Architekten und der Fachingenieure bringe eine nachträgliche Gasleitung für den Bistro-Bereich im Seebad ein zu hohes zeitliches und finanzielles Risiko mit sich. Obwohl eine Verlegung der Gasleitung grundsätzlich technisch möglich sei. Auf Nachfrage teilt die Pressestelle mit: "Bislang hat der Küchenplaner keinen Auftrag für Gasgeräte. Die Stadtwerke können einen Anschluss nur dann legen, wenn Gas auch tatsächlich abgenommen wird." Für eine Bistroküche mit Pizzaofen und Fritteuse sei eine Stromversorgung der bessere Weg. Des weiteren kam der Arbeitskreis überein, dass die 20 000 Euro an Mehrkosten, die der Gemeinderat jüngst beschlossen hatte, wohl nicht ausreichen werden. Denn eine zusätzliche Installation einer Abluftanlage und zusätzliche Brandschutzmaßnahmen würden zu weiteren Mehrkosten führen.

Zeitplan droht zu kippen

Zudem drohe der Gemeinderat und die Stadtverwaltung die Schnellschwimmerbahn beim Neubau des Seebades zu verlassen. Schließlich war Zeit dem Gremium bisher von größter Bedeutung: Noch in diesem Juni soll das neue Seebad eröffnet werden. Dies wurde auch auf Druck aus der Bürgerschaft beschlossen. Um weiterhin auf das Gaspedal zu drücken, stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür, dass die Nacharbeiten, die ein Gasanschluss mit sich bringen würden, zu keiner größeren Verzögerung als zwei Wochen führen dürfen. Laut städtischer Pressestelle könne dies durch einen nachträglichen Gasanschlusses allerdings nicht gewährleistet werden. "Es wurde für sehr schwierig angesehen, die Gasleitung noch ins Haus zu verlegen, da eine Verlegung im Boden nicht mehr möglich ist", teilt die Pressestelle mit. Vor Ort habe der Architekt erklärt, dass eine Eröffnung des Seebades dann im Juni nicht mehr möglich sei.

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OB Staab steht indes hinter der Entscheidung: „Als Umweltstadt legt die Stadt Radolfzell besonders Wert auf nachhaltige Entwicklung, insbesondere bei neuen Bauprojekten wie dem Seebad. Ich halte es daher nur für folgerichtig bei der in 2018 im Arbeitskreis beschlossenen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien zu bleiben.“