Oberbürgermeister Martin Staab hätte es beim Spatenstich am Bahnhofsplatz nicht treffender äußern können: „Der Stahringer Dorfplatz wird ein Platz der Bürgerschaft – von Bürgern für Bürger“. Schließlich waren es die Stahringer Bürger, die im Frühjahr 2015 im Rahmen einer Zukunftswerkstatt den Wunsch nach einem zentralen Dorfplatz formuliert hatten.

40 Bürger diskutieren Ideen

Die konkreten Ideen zur Umsetzung wurden von rund 40 Bürgern gemeinsam mit den Experten des beauftragten Planungsbüros „freiraum werkstadt“ in einem Workshop direkt vor Ort am Bahnhofsplatz entwickelt. Ebenso wenig ließen es sich rund 30 Bürger nehmen, den Spatenstich gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Ortschaftsrates sowie Vertretern der Planungs- und Umsetzungsbüros zu feiern.

„Es war ein langer und komplizierter Prozess, aber wenn am Ende etwas Gutes und Ausgereiftes herauskommt, dann hat sich der Aufwand gelohnt“, erklärte Staab. Auch wenn der Prozess lange war, so habe die Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen hervorragend funktioniert – vom Gemeinderat, über die Stadtverwaltung, den Ortschaftsräten bis hin zum Planungsbüro.

Platz bekommt eine öffentliche Toilette

Erklärtes Ziel aller Beteiligten war es, für Stahringen einen zentralen Platz für das Gemeinschaftsleben zu schaffen. Einem laut Staab „klugen Schachzug“ von Stadtrat Josef Klett sei es zu verdanken, dass für den Platz regelrecht in letzter Minute doch noch eine öffentliche Toilette eingeplant wurde.

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Diese war aus Kostengründen zunächst nicht vorgesehen. Klett konnte seine Gemeinderatskollegen jedoch überzeugen, schließlich soll der Platz zum Verweilen einladen und eine öffentliche Toilette sei dafür eine Grundvoraussetzung.

Platz für Dorffest und Fasnacht

Auch für die Stahringer Vereine wird mit dem neuen Dorfplatz ein lang gehegter Wunsch wahr. Olav Kromrey, erster Vorsitzender des Turn- und Sportvereins, hatte im vergangenen Jahr bereits am Bürgerworkshop teilgenommen und ließ es sich nicht nehmen, beim Spatenstich den Start der Umsetzung zu feiern.

„Gemeinsam mit Vertretern aller Vereine konnten wir im Rahmen des Bürgerworkshops unsere Ideen einbringen um sicherzustellen, dass der neue Dorfplatz die notwendige Infrastruktur für unsere Vereinsveranstaltungen bietet – sei es das Dorffest oder die Fasnachtsveranstaltungen“, sagt Kromrey.

Bürger machen 42 Vorschläge

Für Ortsvorsteher Jürgen Aichelmann ist der Spatenstich ein Meilenstein in seiner noch jungen Amtszeit. Auch für ihn war die große Bürgerbeteiligung ein besonderer Höhepunkt im Planungsprozess, den er von Anfang an als Mitglied des Ortschaftsrates begleitet hat. „Auch wenn nicht alle 42 Vorschläge der Bürger umgesetzt werden können, so freut es mich doch besonders, dass viele Wünsche der Bürger nun Realität werden“, so Aichelmann.

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Weder Grillplatz noch Basketball

Vor allem aus Rücksicht auf die Anwohner des Platzes wurde zum Beispiel auf einen Grillplatz und Basketballkorb verzichtet. Trotzdem konnten viele Wünsche mit in die Planung aufgenommen werden. Dank Wipptieren, einem Brunnen, Rasenflächen, Sitzgelegenheiten, einer Tischtennisplatte, einer sogenannten Calisthenics-Trainingswand und vielem mehr wird der Platz schon bald zu dem werden, was sich die Bürger und die Ortsverwaltung seit Langem wünschen – einem Platz für das generationenübergreifende Gemeinschaftsleben.

„Vielleicht sieht man ja schon bald den Stahringer Ortsvorsteher gemeinsam mit dem Oberbürgermeister an der Calisthenics-Wand trainieren“ – mit diesen scherzhaft gemeinten Gedanken schloss Jürgen Aichelmann seine Ansprache. Sollten sie Wirklichkeit werden, würde sich der Dorfplatz sicher in Windeseile füllen.