Bernd Meßmer, Mitglied des Seniorenrates, brachte die erneute Diskussion im Böhringer Ortschaftsrat ins Rollen. Er wollte beim halbjährlichen Besuch von Stadtwerke-Chef Andreas Reinhardt wissen, ob es nicht möglich wäre, den Stadtbus am Wochenende wie wochentags im stündlichen Takt zwischen Böhringen und Radolfzell verkehren zu lassen.

Für Senioren und Behinderte, die nördlich der Bundesstraße wohnten, etwa in den Wohngebieten Oberer Einsatz oder Hübschäcker, sei der weite Weg zum Seehas-Haltepunkt ganz im Süden von Böhringen unzumutbar, so seine Argumentation.

Da helfe auch das Anrufsammeltaxi am Wochenende nicht, das nur in den Abendstunden zur Verfügung stehe und auch nur dann, wenn kein Seehas fahre.

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Stadtwerke sehen sich außer Stande diesen Wunsch zu erfüllen

„Kurzfristig sind wir nicht in der Lage, die Taktung zu stärken. Wir stoßen schon jetzt an unsere Kapazitäten“, erklärte Andreas Reinhardt.

Im Rahmen bestehender Verträge und Konzessionen, auch vor dem Hintergrund der Bahnanbindung in Böhringen, sei eine weitere Ausdehnung der Leistungen bis 2023 nicht möglich, zumal andere Verkehrsdienstleister widersprechen können, machte er deutlich.

Ortschaftsrat Thomas Welte (Freien Wähler) gab sich mit der Antwort nicht zufrieden: „Wer garantiert uns, dass 2023 an der entscheidenden Stelle, Leute sitzen, die eine bessere Taktung für Böhringen durchsetzen?“

Auch Ortsvorsteher Bernhard Diehl und weitere Räte erklärten, es könne nicht sein, dass Böhringen, die Ziegelei und Reute vom Stadtbus „abgehängt“ seien.

Neues Konzept soll erst 2024 greifen

„Das liegt nicht in unserer Hoheit“, so Andreas Reinhardt. Er verwies auf das neue Nahverkehrskonzept, für das die Stadt mit Bürgerbeteiligung in den kommenden Monaten die Rahmenbedingungen erarbeite.

Für dieses Konzept, dass 2024 in die Umsetzung gehen soll, empfahl er dem Rat, die Böhringer Wünsche klar zu formulieren. „Wir werden im Rat rechtzeitig Beschlüsse fassen müssen, sonst fallen wir hinten runter“, kündigte Bernhard Diehl an.