Mehr Fahrradständer, eine Mensa an der Mettnauschule sowie eine Verbesserung der Busverbindungen – das waren die Wünsche, die junge Radolfzeller bei einer Anhörung äußerten. Der Jugendgemeinderat traf sich zur Auswertung des Hearings im Zunfthaus vor vier Monaten und erstellte eine Prioritätenliste.

Mehr Konzerte und ein Jugendzentrum

An erster Stelle auf der Wunschliste der 40 beteiligten Jugendlichen rangierten ein autonomes Jugendzentrum, mehr Live-Konzerte und Musikveranstaltungen für Jugendliche sowie eine Newsletter-App speziell für den Informationsbedarf. In der jüngsten Sitzung des Rates diskutierten die Jugendlichen Rahmenbedingungen, die Infrastrukturen sowie Chancen für die Umsetzung der Wünsche. Nicht nur zu einem Gedankenaustausch, sondern zur aktiven Mitarbeit luden sie Vertreter der Fraktionen des Gemeinderats sowie Bürgermeisterin Monika Laule ein.

Bürgermeisterin Laule will Räume für Jugendzentrum suchen

Bisher gibt es vier Aufenthaltsorte für Jugendliche in Radolfzell. Das Café Connect, das Bokle, die Grillwiese am See sowie der Skater-Park. Jugendliche suchen einen Rückzugsort und wünschen sich autonom verwaltete Räume, in denen sie unter sich sein können und nicht von Sozialpädagogen betreut werden. Im selbst verwalteten Jugendzentrum soll es nach den Wünschen der Jugendräte keinen Konsumzwang geben. Die Bar soll ohne Gewinn arbeiten. Als potentieller Treffpunkt für Jugendliche war eine leer stehende städtische Hausmeisterwohnung im Gespräch. Wohnen ist ein kommunaler Schwerpunkt, erläuterte Monika Laule, warum der Antrag von der Stadtverwaltung abgelehnt wurde: In diesem Sinne solle bestehender Wohnraum für weiteres Wohnen genutzt und nicht umgenutzt werden. Die Bürgermeisterin versprach jedoch, dass sie geeignete Räume ins Gespräch bringen werde. Die Stadtverwaltung wünsche sich vom Rat, dass er am Thema "autonomer Treffpunkt" weiterarbeite.

Mehr Wasserspender soll es bald geben

Die Wünsche nach besseren Busverbindungen seien bereits als Anregungen für das Stadtbuskonzept weitergeleitet worden, erläuterte Pauline Mayer den Jugendlichen. Die Ratsvorsitzende gab auch die Zusage von Thomas Nöken nach weiteren Wasserspendern bekannt: Der Leiter des Dezernats für Umwelt, Planen und Bauen benötige lediglich die Wünsche nach den Standorten. Im Gespräch sind Wasserspender am Skater-Platz und auf der Mettnau. Mehr Fahrradständer am Bahnhof sollen nach dem Bau der Seetorquerung berücksichtigt werden, teilte Pauline Meyer mit.

Welche Möglichkeiten für Konzerte gibt es noch?

Bei der Ratssitzung bildeten die Jugendlichen mit ihren Gästen aus der Kommunalpolitik drei Arbeitskreise, um sich intensiver mit den Wünschen nach einem autonomen Jugendzentrum, Konzerten und Veranstaltungen sowie einer Newsletter-App auseinander zu setzten. Die Teilnehmer diskutierten über eine Verlängerung des vom Jugendgemeinderat organisierten Konzerts "Rock am See" mit einer Möglichkeit zum Campieren sowie Musikveranstaltungen im Herzen oder an der alten Konzertmuschel.

Jugendliche wollen in viele Richtungen kooperieren

In den Beiträgen wird deutlich, dass die Jugendliche Kritik an potentiellen Ruhestörungen berücksichtigen und die Naturschutzvorschriften in ihre Überlegungen einbeziehen und bestehende Infrastruktur nutzen wollen. Ihnen schwebt eine Kooperation mit dem Kulturbüro vor und eine Zusammenarbeit mit dem Bokle oder dem Lollipop. Begeistert nahm Monika Laule den Vorschlag einer Jugendbühne beim Altstadtfest auf und verwies auf die Zusammenarbeit des Jugendrats mit der Narrizella zur Fasnacht. Die Bürgermeisterin regte an, beim nächsten Radolfzeller Musikfestival die Jugendlichen im Veranstaltungskonzept berücksichtigen zu wollen und bat den Jugendrat um eine Auswahl an Musikern, die mit der Überlinger Konzertagentur besprochen werden könnte.

Eine News-App für die neuesten Infos

Für die News-App möchte der Rat Studenten der Fachhochschule Konstanz für die Programmierung gewinnen. Die App soll kompatibel für Newsletter und Veranstaltungshinweise sein, könne aber auch in einem städtischen Informationsangebot für Radolfzeller Bürger untergebracht werden.