Es soll sich um einen alten Brauch handeln, dass man den Christbaum des Nachbarn lobt und dafür gleichzeitig belohnt wird. Offenbar benötigt man auch in der Stadtverwaltung und der Tourismus– und Stadtmarketing GmbH (TSR) ein wenig Zuspruch. Denn auch sie wollten von den Bürgern für den schönen Christbaum auf dem Marktplatz gelobt werden, der dort seit wenigen Tagen bereits aufgestellt ist.

120 Radolfzeller wollen das Anleuchten sehen

Nun wurden erstmals die Lichter an dem Baum eingeschaltet, der über die gesamte Adventszeit für eine schöne Stimmung im Zentrum der Stadt sorgen wird. Am Nachmittag zur einsetzenden Dämmerung verkündigte Oberbürgermeister Martin Staab den rund 120 Besuchern vor Ort „Es werde Licht“.

Tatsächlich war die große Mehrzahl der Menschen dem Ruf der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH gefolgt und hatte sogar ein eigenes Schnapsglas mit im Gepäck. Denn der übliche Brauch nach dem Loben des Christbaums besteht darin, dass der Lobende mit hochprozentigem Alkohol belohnt wird.

Der ausgeschenkte Schnaps ist echt aus Radolfzell

Dabei durften sich die Herbeigeeilten über etwas durchaus Exklusives freuen. Denn im Ausschank befand sich ein edler Tropfen eines heimischen Mirabellendestillates, der aus Früchten von der Mettnau gebrannt wurde. Die Stadt Radolfzell besitzt tatsächlich noch ein eigenes Brennrecht, das seit einigen Jahren wieder aktiv genutzt wird. In den Genuss des heimischen Tropfen kommt man eher selten, weshalb sich wohl auch so viele Bürger auf dem Marktplatz einfanden.

Das Narrenbaumloch hat sich gelohnt

Nina Hanstein, Geschäftsführerin der TSR, freute sich entsprechend über den guten Zuspruch der Veranstaltung, die jetzt zum zweiten Mal stattfand. Möglich wurde sie erst durch eine Entscheidung im Gemeinderat, die im vergangenen Jahr gefällt und sogleich umgesetzt wurde.

Für rund 30 000 Euro hatte die Stadt ein massives Betonfundament anfertigen lassen, dass Bäume bis zu einer Höhe von 19 Metern sicher halten kann. Ganz so groß ist das aktuelle Exemplar nicht, allerdings von außerordentlicher Schönheit. Bei dem Nadelbaum handelt es sich um eine Spende eines Böhringer Bürgers.

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