Viele kleine Orte müssen ohne eine Dorfkneipe auskommen. Damit dieses Schicksal dem kleinster der Radolfzeller Ortsteile nicht droht, engagieren sich einige Mögginger Bürger aktiv und finanziell in ihrer Dorf-Kneipe, dem Mögginger Adler. Dem drohte nun erneut das Aus. Die beiden Inhaber Bettina Frauz und Matthias Sättele hatten in den vergangenen Jahren etliche Versuche mit einer Verpachtung unternommen, die alle gescheitert waren. Zuletzt war der Adler neben einer Wirtschaft auch eine Kunstgalerie. Da beide Inhaber berufstätig sind, stand nun die Frage im Raum, ob das Gebäude ohne Pächter nicht besser zu einem Wohnhaus umgebaut werden soll.

Da wurden die Mögginger aktiv. Friedemann Fischer, Jürgen und Ina Karrer, Dietlinde und Hans Thoma, Walter Stoll, Michael Maisch und Wolfgang Friedrich wollten ihre Dorfkneipe retten. "Wir haben verschiedene Organisationsformen durchdiskutiert und uns für eine Kommanditgesellschaft entschieden", sagt Jürgen Karrer. Da die beiden Inhaber bereits eine Unternehmensgesellschaft gegründet haben, gibt es also aktuell die Mögginger Adler UG & Co. KG. Und die geht heute, 14. Juni, ab 19 Uhr an den Start. Dann nämlich öffnet der Adler unter der Leitung der Mögginger Gesellschafter. Zukünftig soll das Lokal jeweils donnerstags und freitags und zu besonderen Veranstaltungen, wie jetzt zur Fußball-Weltmeisterschaft, Fasnacht und Silvester oder Privatfeiern, geöffnet haben.

Ein Treffpunkt im Ort ist allen Beteiligten sehr wichtig. "Fällt das weg, geht ein Stück Kultur verloren", sagt Michael Maisch. Früher habe es im Ort drei Wirtschaften gegeben. Würde der Adler schließen bliebe das Rathausstüble, welches von Vereinen in Eigenregie betrieben wird, übrig. Dieses hat nur mittwochs geöffnet. Die Gesellschafter werden selbst hinter dem Tresen stehen und freuen sich, wenn die Mögginger das Angebot annehmen. Ziel sei es, den Adler, ähnlich wie den Dorfplatz, zu einem großen Mögginger Wohnzimmer für alle zu machen, in dem Karten gespielt, gelacht und gefeiert werde.