Dem Himmel ein Stück näher als sonst, so könnte man die Stimmung des Berggottesdienstes der Pfarrgemeinde St. Georg zusammenfassen. Der Berggottesdienst auf dem Mühlsberg bei Liggeringen am Wahlsonntag lockte rund 250 Besucher bei herrlichstem Sommerwetter zu einem der schönsten Aussichtspunkte auf dem Bodanrück. Der em. Weihbischof Paul Wehrle zelebrierte zusammen mit Pfarrer Karl Hermanns diesen wohl einzigartigen Gottesdienst innerhalb der Seelsorgeeinheit St. Radolt.

Die Bergpredigt von Weihbischof Wehrle

Paul Wehrle wiederholte eingangs die Frage eines jungen Christen vor wenigen Tagen, ob man mit dem Berggottesdienst nun ein Stück näher bei Gott sei, was gleich zur Erheiterung zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes beitrug. „Es ist herrlich, mit so vielen Menschen hier oben am Mühlsberg Gottesdienst zu feiern und dabei gleichzeitig die gesamte Region der Seelsorgeeinheit St. Radolt auch optisch vor den Augen zu haben. Allein die Atmosphäre auf dem Mühlsberg erleichtert es, die Herzen zu öffnen um dem Himmel ein Stück näher zu sein als sonst“, brachte Weihbischof Wehrle seine Eindrücke in seiner „Bergpredigt“ den vielen Gläubigen näher. Dabei nutzte Wehrle immer wieder die Gelegenheit, den Spannungsbogen zwischen Mensch, Kirche und Politik zu thematisieren.

Blick auf den Untersee

Das Gemeindeteam der Pfarrgemeinde St. Georg und die Ministranten gestalteten den Berggottesdienst mit, es sang der Schulchor der Grundschule Liggeringen unter Leitung von Dagmar Vollmer und Hannelore Rebholz. Die musikalische Begleitung übernahmen die Schlossbergmusikanten aus Güttingen unter Leitung von Hans Nägele. Weihbischof Paul Wehrle forderte die Gläubigen auf, die Blicke unterm freien Himmel nach Radolfzell, den Untersee, in den Hegau und die Schweizer Bergwelt zu richten. Das schöne Wetter und die Kulisse des Bodanrücks, des Hegaus und des Untersees ließen die Bergmesse zu einem Ereignis werden.

Ode an die Freude

Die Schlossbergmusikanten spielten am Ende passend zum Wahlsonntag der Europawahl Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie. Die Ode an die Freude ist als Instrumentalversion seit 1985 die Hymne der Europäischen Gemeinschaft. Sie erklang wie eine Aufforderung an alle, die Europa- und Kommunalwahl nicht zu vergessen.