Ehe es im Friedrich-Hecker-Gymnasium bei der Zeugnisübergabe feierlich wurde, hielt Direktorin Ulrike Heller vor ihrem Stehpult inne und blickte über die bis auf den letzten Platz gefüllte Schulaula hinweg: „Das muss ich erstmal für das Protokoll sagen: Ein schöner Anblick – wunderbar.“ Festlich gekleidet warteten auf den Ehrenplätzen 64 Abiturienten auf ihr Zeugnis. Der Notendurchschnitt jenes Jahrgangs liegt bei 2,1. „Was besser als der Landesdurchschnitt sein wird, der in der Regel bei 2,3 oder schlechter liegt“, freute sich der stellvertretende Leiter der Schule, Marc Bornmann. Mit Stipendien-Angeboten und Preisen überschüttet wurde Noah Pascual Maier. Der Gymnasiast erwarb sich ein Abitur mit der Traumnote 1,0. Bürgermeisterin Monika Laule überreichte an drei Abiturientinnen den von OB Martin Staab ausgelobten und mit jeweils 100 Euro dotierten „Preis des Oberbürgermeisters“.

Endlich und nach vielen Höhen und Tiefen hätten die Schüler am Friedrich-Hecker-Gymnasium ihren Abschluss erreicht, beglückwünschte Monika Laule die Absolventen: Mit dem Abitur stünde ihnen nun die ganze Welt offen. Monika Laule ermunterte die Schüler, ihr Leben fortan selbst in die Hand zu nehmen. Die Absolventen gehören zur sogenannten „Generation Y„, die von einem Fachmagazin als „die Generation in der Hängematte“ bezeichnet wurde.

Mit Applaus würdigen Abiturienten des Friedrich-Hecker-Gymnasiums sowie deren Eltern bei der Zeugnisübergabe die Träger des Preises des Oberbürgermeisters.
Mit Applaus würdigen Abiturienten des Friedrich-Hecker-Gymnasiums sowie deren Eltern bei der Zeugnisübergabe die Träger des Preises des Oberbürgermeisters. | Bild: Georg Lange

„Dieser Pauschalverurteilung einer ganzen Generation stehen viele junge Menschen gegenüber, die Leistungen erbringen und sich für Projekte, Gemeinschaften und Anliegen engagieren“, erwehrte sich Monika Laule der Stigmatisierung einer ganzen Gruppe. Der von OB Martin Staab im Jahr 2017 ausgelobte und von Monika Laule überreichte Preis soll diesem Vorurteil entgegenwirken. Er würdigt hervorragende schulische Leistungen mit vorbildlichem sozialem Engagement und ging an Leonie Wäldin, Jule Kübler und Celia Stolze. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Sandra Lohmann, würdigte die Schülermitverwaltung, die trotz schulischer Anforderungen jeder Sitzung des Beirats beiwohnte und zeichnete die Schulsprecherin Emilly Scharnefski für ihr Engagement aus.

Vergleich mit Kino-Blockbustern

In Anlehnung an die Performance Night, die traditionell die Abschlussklasse zum Jahresbeginn veranstaltet und in diesem Jahr unter dem Arbeitstitel „Abiwood“ firmierte, orientierten sich die humorvoll gehaltenen Reden der Schulleiter an den Blockbustern aus Hollywood, die das Leben der Abiturienten Jahr für Jahr auf dem Campus begleitet hatten. Sie verwandelten die Zeugnisübergabe in eine Art Oscar-Preis-Vergabe in Form des Abiturzeugnisses. Bornmann sprach in amüsanten Metaphern vom gelungenen Genre-Wechsel der Schüler vom Dokumentarfilm hin zum Reality TV. Sie meisterten die Genres Komödie und Tragödie ebenso hervorragend wie die Expeditions- und Fantasiefilme. Sie schrieben Drehbücher, bauten Stunts und Effekte während ihrer Schulzeit ein und hätten ihre Schnitt-Techniken jährlich verfeinert.

Wortspiele rund um Filmtitel

Voller Abenteuerlust und Mut, Freude und Aufregung, aber auch mit Ehrfurcht, seien die Abiturienten im Jahr 2011 als „gestiefelter Kater“ ins Gymnasium gekommen, so Direktorin Heller zur Abschlussklasse. Heller zog scherzhafte Vergleiche des Schulalltags mit den Kassenschlagern der Kinos und sprach von einer „Mission Impossible“. Die ersten pubertären Widerstände der Schüler kamen so langsam mit „Fack ju Goethe„ auf. Manch einer ließ sich beim Tollen im Schulhaus von den „Fast an Furious“ inspirieren.

Lehrer wie Eltern erlebten bei Schülern ein „Erwachen der Macht“. Dabei prägte ein „Ich – einfach unverbesserlich“ manch Handeln der Schüler, scherzte Ulrike Heller. Letztlich machten sich die Schüler jedoch auf den Weg zum „Endgame“ – besser als die Avengers im gleichnamigen Film, so Heller: Und die Abiturienten hätten bewiesen, dass „Drachen zähmen leichtgemacht „ super funktioniere. Die Oscars gingen an 64 Abiturienten. Der Förderverein des Gymnasiums lud am Schluss der Abitur-Übergabe zu einem Sektempfang ein. Im Milchwerk feierten die Abiturienten mit ihren Familien bei einem Dreigänge-Menü, Tänzen sowie mit einer Diashow und Filmen über die Studienfahrten nach Hamburg, Barcelona und Island ihren Abiball.