Da soll noch einmal einer sagen, dass nur die großen Narrenzünfte stattliche Feste ausrichten können. Von Freitag bis Sonntag zeigten sich die Seifensieder in Markelfingen in bester Feierlaune und als perfekte Gastgeber für das Narrentreffen der Vereinigung Hegau-Bodensee. Mit einem umfangreichen Programm verwandelten sie den gesamten Radolfzeller Ortsteil in eine einzige Partymeile.

Los ging es bereits am Freitagabend. 49 Zünfte hatten sich zum Nachtumzug angekündigt. Die rund 2400 Hästräger wurden dabei von zahlreichen Zuschauern auf dem gesamten Umzugsgweg von der Gnadenseestraße bis hin zur Markolfhalle begleitet. Mit Fackeln, Musik und Narri-Narro-Rufen tauchten die Beteiligten das Zentrum des Ortes in eine ausgelassene und närrische Atmosphäre. Bei dem diesjährigen Start in die Reihe der fasnachtlichen Veranstaltungen zeigten sich die Hästräger und Zuschauer hochmotiviert. Das Treiben wurde von Besenwirtschaften und Verpflegungsständen, die sich entlang des Umzugsweges befanden, unterstützt. Nach dem rund anderthalbstündigen Umzug fand sich eine großer Teil der Teilnehmer und Zuschauer in der Markolfhalle ein, um einen fröhlichen Abend zu verbringen. Dafür sorgte die Froschenkapelle Radolfzell, die längst über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.

Am Samstag startete das närrische Treiben mit dem Narrenbaumumzug ab dem Sportheim zur Markolfhalle. Unterstützt wurden die Seifensieder dabei von Holzhauern der Froschenzunft und der Welsbartzunft. Am Abend sorgte der Brauchtumsabend in Markolfhalle für beste Stimmung. Seifensieder-Präsident Alfred Schwarze begrüßte viele befreundete Zünfte auf der Bühne und im Saal. Da man in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen auf die Bunten Abende verzichtet hat, war der Brauchtumsabend ein schöner Ersatz für die eigene Veranstaltung. Eine nochmalige Steigerung gegenüber dem Nachtumzug stellte dann am Sonntag der große Umzug mit rund 6000 Teilnehmern aus 67 Zünften aus dem gesamten Hegau-Bodensee-Raum dar. Das Ereignis wurde vom SWR-Fernsehen über drei Stunden lang live übertragen.

Für Zunftpräsident Alfred Schwarze ist das gesamte Wochenende denkbar gut gelaufen, wie er am Rande des Festumzuges dem SÜDKURIER sagte: "Es gab keine größeren Vorkommnisse. Alle Tage waren wirklich super", so sein Fazit. Vor allem der Umzug selbst hatte die Verantwortlichen noch einmal vor größere Aufgaben gestellt. Das Fernsehen verlangte nach einem eigenen Rhythmus des Zuges und sorgte so für eine zeitliche Verlängerung. "Das tut mir vor allem für die kleinen Kinder Leid, wenn es zu lang wird", sagte Schwarze. Aber auch die Sorge vor möglichen Terrorgefahren war letztlich immer präsent, wie der Zunftpräsident zugab: "Das ist latent immer da", erklärte er. Der Mann muss es wissen. Als Polizeibeamter hatte er in seiner Arbeitslaufbahn die Zeit der RAF erlebt. Am Sonntag sei er einfach froh gewesen, dass alles reibungslos abgelaufen sei und es keine nennenswerten Probleme gegeben habe.

Grund zum Feiern

Die Narrenzunft der Seifensieder aus Markelfingen besteht in diesem Jahr seit 90 Jahren. Anlässlich dieses Geburtstages feierte die Zunft drei Tage lang. Es fand der Narrentag der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee statt und mit dem stattlichen Umzug samt 6000 Teilnehmern gehörte der Festumzug zu den größten, die in dieser Fastnacht in der Region stattfinden. Unterstützt wurde die Zunft von den Anwohnern und örtlichen Vereinen. In zahlreichen Besenwirtschaften und Verpflegungsständen sorgten sie dafür, dass sich die Besucher wohlfühlten.