Die Werner und Erika Messmer-Stiftung hat in diesem Jahr einen neuen Höchstbetrag an Spendengeldern ausgeschüttet. 300 000 Euro wurden an 105 städtische und kirchliche Institutionen, an Organisationen im sozialen und medizinischen Bereich und an Sportvereine übergeben.

Werner Messmers Gesundheit ist derzeit angeschlagen. Seit einigen Tagen befand er sich im Krankenhaus. Doch bei der Spendenausschüttung des Jahres 2015 wollte er unbedingt zugegen sein. Sichtlich gut gelaunt, obwohl ihm die fragile Gesundheit anzumerken war, genoss Messmer die festliche Veranstaltung. Ladislaus Vischi dirigierte die jungen Bläser der Musikschule Radolfzell, die mit Marschmusik und lateinamerikanischen Klängen den Abend eröffneten. Messmer strahlte und dirigierte die Kapelle, die aus Platznot am seitlichen Rand des lang gestreckten Saals im RIZ Aufstellung genommen hatte, auch selbst. Der Stiftungsgründer dankte von Herzen für diesen Auftritt, der Jugend und ihren Leistungen sei er besonders zugetan.

Auch in diesem Jahr wurden zahlreiche Bildungsinstitutionen finanziell unterstützt. 65 000 Euro gingen allein an fünf verschiedene Schulprojekte. Ulrike Heller-Paulus, Direktorin des Friedrich-Hecker-Gymnasiums (FHG), bedankte sich für die großzügige Unterstützung ihrer Schule. Katja Haltmeyer, Lennart Kiefer und Leon Gölz, Schüler des FHG, stellten in einer Gesprächsszene nach, wie sehr sie von den zwei neuen Bibliotheken profitieren. Die Räume sind mit mehreren Computern und Internetzugang ausgestattet. Auf diesem Weg könne das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Neuen Medien gestärkt und der Kampf gegen Cybermobbing unterstützt werden.

Neben den Schulen, die die Stiftung unterstützt und zu denen in diesem Jahr auch das Marianum in Hegne zählt, förderte die Stiftung Kindergärten, kirchliche, soziale, medizinische und sportliche Institutionen. Auch die Stadt Radolfzell profitiert von der Spendenausschüttung. So wird der Bereich Stadtgeschichte unter anderem für seine Sonderausstellungen "Denk mal an den Krieg" über Gefallenendenkmale in und um Radolfzell und zur "Aktion T4 Berlin" über das nationalsozialistische Euthanasieprojekt unterstützt.

Karl Steidle vom Vorstand der Stiftung erläuterte, wie es trotz des schwierigen Zinsmarktes zu der neuen Höchstzahl an vergebenen Spendengeldern kommen konnte. Noch sei die diesjährige Wirtschaftsprüfung zwar nicht abgeschlossen. Man rechne aber mit einem Stammkapital von zwölf bis vierzehn Millionen Euro. Zum einen habe ein großer Erbteil der verstorbenen Erika Messmer das Kapital deutlich erhöht. Zum anderen beziehe die Stiftung mittlerweile eine beachtliche Summe aus Mieteinkünften.

Oberbürgermeister Martin Staab oblag es, den Dankesreigen zu beschließen. Hierfür wählte er ein Zitat des arabischen Dichters al-Hariri: "Den Gebenden schmückt, was den Empfangenden beglückt."

Spenden für Integration

Karl Steidle, Vorstand der Werner und Erika Messmer-Stiftung, betonte bei der Bekanntgabe der Spendenausschüttung das Interesse des Stiftungsrats, künftig Projekte für die Integration von Flüchtlingen zu unterstützen. Menschen, die bei uns Zuflucht suchten, sollte ein Leben in Würde ermöglicht werden. Integration bedeute, das Miteinander verschiedener Kulturen als Ergänzung zu verstehen. Auf den Anträgen für Spendengelder an die Stiftung sollten angestrebte Projekte erläutert werden. Informationen im Internet: www.messmer-stiftung.de